Die Arche Mörchen
Und nun zum Wetter: Das Stück spielt im «heißesten, trockensten und schließlich regenreichsten April seit Beginn der Wetterbeobachtung». Der meteorologische Hinweis ist wichtig: Mörchen, der Held des Dramas, hat ein hochwassersicheres Haus konstruiert. Um die Welt von seiner Erfindung zu überzeugen, fehlt jetzt nur noch eine Flutkatastrophe – doch die lässt auf sich warten. «Ich brauche keine Hilfe», sagt Mörchen. «Ich brauche Hochwasser.
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«Die Kaperer oder Reiß nieder das Haus und erbaue ein Schiff» ist das Ergebnis eines Werkauftrags, den Philipp Löhle im Vorjahr beim Stückemarkt des Theatertreffens gewonnen hat. Wie in «Genannt Gospodin» (Stückabdruck und Autorenporträt in TH 1/08) steht auch im neuen Löhle-Drama ein Mann im Mittelpunkt, der eine Vision hat und an dieser ohne Rücksicht auf Verluste festhält – ein «Nerd», wenn man so will. Aber Löhle hat ein Herz für Spinner. Tragikomödien nennt der 1978 geborene Autor seine Dramen; man kann ruhig Komödien zu ihnen sagen. Dass es sich eigentlich um Tragödien handelt, liegt in der Natur der Sache. Das bedeutet aber auch, dass man sie entsprechend ernst nehmen muss, damit sie ihre Komik entfalten. Regisseurin Jette Steckel macht ...
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David Hohl ist einer von den Guten – jedenfalls hat er das immer geglaubt. Einer von den besonders Guten sogar, die ihr Leben aus Überzeugung in den Dienst einer gerechten Sache stellen, geht er doch 1990, gerade mal Mitte 20, als Angestellter der Schweizer Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe DEH nach Ruanda. Ein bisschen Abenteuerlust mag...
Der raumhohe Kupferkasten, den Johannes Schütz an die Bühnenrampe des Düsseldorfer Schauspielhauses gerückt hat, ist kein Ort für die Liebe als barocke Sinnenlust. Herzog Orsino (Guntram Brattia) krempelt sich die Ärmel hoch, macht sich an die Schwarzarbeit und streicht die spiegelblanken Flächen. Während eine Blackbox entsteht, dunkelt auch der Zuschauersaal...
Langweilig ist es nicht in Johannes Leppers letztem Intendantenjahr am Theater Oberhausen. Thirza Bruncken hat eine völlig durchgeknallte Version von Dürrenmatts «Besuch der alten Dame» inszeniert, und der leise, behutsame Valentin Jeker verabschiedet sich mit einem atmosphärisch stimmigen «Kaufmann von Venedig» vielleicht ganz aus dem Theatergeschäft. Auch Lepper...
