Singendes Sicherheitsrisiko
Es gibt viele Legenden über Händl Klaus. Wer ihn, den Tiroler, am Schweizer Bielersee besucht, berichtet von der vorzüglichen Bewirtung durch ihn, den erstklassigen Buchtelbackkünstler. Auch seine übersprudelnde, herzliche Freundlichkeit, seine Wortzuschüttungen, die einen verstummen lassen, nachdem man nur kurz um die Uhrzeit bat, finden sich in Beschreibungen. Fängt man an, in seiner Gegenwart zu sprechen, malt er seltsame Cluster auf Papier und schreibt Worte, Sätze, Assoziationen hinein, mit Verbindungslinien, die eine geheime Seilschaft herstellen.
Sein geübter Strich über weißes Papier verweist, wie auch sein Dichtername Händl Klaus, auf den Handwerker mit eigener Handelsvertretung für geschliffene Sätze und gedrechselte Worte. Jedenfalls könnte das ein Eintrag im Register aussterbender Berufe sein. Seine Zettelsammlung, die mit den Clustern, befindet sich in einem labyrinthischen Archiv im Keller eines fremden Wohnhauses, wo er als Haushälter das Herrsein probiert, sagt man.
Legenden über Händl Klaus sind immer auch Verstellungen, hier versteckt sich jemand hinter Erzählungen, die er in Hülle und Fülle mündlich zur Verfügung stellt, bevor er dann doch plötzlich ...
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Theater heute Jahrbuch 2008
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 161
von Matthias Günther
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Es wurden dann exakt 43 Minuten. Ohne Punkt und Komma. Hymnenverdächtig. In Gerhart Hauptmanns «Ratten», inszeniert von Michael Thalheimer, spielt...
