Das Rundumglücklichpaket

«Ohne Netz und doppelten Boden» ist das Team um Ulrich Khuon am Deutschen Theater gestartet. Doch die Erkundungen des Fremden und der dunklen Kräfte, die im Menschen walten, gestalten sich am größten Haus der Hauptstadt vorerst äußerst zahm

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Klüger und ausgewogener hätte kein Auftakt geplant werden können. Joseph Conrads Weltliteratur «Heart of the Darkness» auf der einen, das Auftragswerk an den Dramatiker Bärfuss auf der anderen Seite. Hier die Romanadaption zur Kolonialgeschichte, dort das zeitgeistige Ehedrama vor dem Hintergrund globaler Ölgeschäfte. Die Reise ins Fremde als Spiegel der eigenen Aufbruchspläne, die kritische Sicht auf den unternehmungslustigen Westen gleich inklusive.

Das Theater des Bilderregisseurs Andreas Kriegenburg auf der Kammerspielbühne, die Uraufführung durch den psychologisch versierten Stephan Kimmig im Großen Haus. Wie sorgsam gefeilte Zahnrädchen greift in diesem dramaturgisch ausgetüftelten Rundumglücklichpaket alles ineinander. Jedenfalls auf dem Papier. 

 

Nicht nur dem Premiereneröffnungsdoppel, das der neue Intendant im «dt-magazin» als «ohne Netz und doppelten Boden» bezeichnet, auch Ulrich Khuon eilt ein tadelloser Ruf voraus. Der Mann ist Schwabe, bescheiden, vernünftig, verantwortungsvoll. Er hat Theologie und Germanistik auf Lehramt studiert, dann aber eine Theaterlaufbahn eingeschlagen, die mit den Stationen Konstanz, Hannover, Hamburg und Berlin stetig nach oben ging. ...

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Theater heute November 2009
Rubrik: Starts, Seite 20
von Eva Behrendt

Vergriffen
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