Unsere verfickte Wut
Silberhöhe … Der Name schmilzt auf der Zunge. Vor Ort übliche Synonyme klingen weniger lieblich: Silberhölle, Silvercity, auch Hartz-IV-Ghetto. Gemeint ist dieses Neubaugebiet im Süden von Halle. Als hier noch boomendes Chemie-Gift die Gegend verseuchte, schossen die Plattenbauten wie Pilze aus dem Boden. Taiga ringsum. Von damals 39.000 Einwohnern leben heute noch 14.000 hier. Das sind die, die sich einen Wegzug nicht leisten können, die mit magerem Hartz IV-Salär bildungsfern vor Bierbuden rumhängen.
Im Auftrag von Halles Thalia-Theater suchte Dirk Laucke hier erneut nach Schicksalen in dieser schrumpfenden, schon aufgegebenen Region. Redete mit mehr als einem Dutzend junger Leute über ihr Leben, ihre Zukunft, ihre Ängste. Vier blieben übrig. Laucke wollte Theater, die Jungs wollten Videos. So entstand der Versuch, mit der Kamera Impressionen von Silberhöhe einzufangen.
Auf der Bühne im «Kleinen Thalia», dem eine noch so sparsame Renovierung gut täte, gibt es eine Schräge mit Sofa und natürlich einen Bildschirm. In der Tonne inmitten des Raumes kokelt zu gegebener Zeit ein Feuerchen. Ein Mini-Bagger, ferngelenkt, kurvt den Spielern zwischen den Füßen, und wenn die Szenen ...
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