Die Rettungsschwimmerin
Dea Lohers Stücke erzählen von Schuld und Verantwortung, von Verrat, persönlichem Versagen und überpersönlichem Unglück, von Verantwortung und dass man ihr nicht gerecht werden kann.
Und doch kommt mir fast immer, wenn ich Dea sehe, der leichtfüßige Beginn einer Geschichte von Katherine Mansfield in den Sinn: «Was soll man auch tun, wenn man dreißig ist und beim Einbiegen in die Straße, in der man wohnt, von einem Gefühl der Seligkeit überwältigt wird – reinster Seligkeit, als hätte man plötzlich ein glänzend helles Stück dieser Spätnachmittagssonne geschluckt, und nun brennt es einem in der Brust und versprüht einen kleinen Funkenregen im ganzen Körper bis in jeden Finger und in jede Zehe ...»
Dea Loher ist das Gegenteil von schwer. Brecht sprach davon, dass das weiche Wasser in Bewegung mit der Zeit den mächtigen Stein besiegt. Aber Dea Loher will nicht siegen, vielleicht will sie aufmerksam machen, sicher will sie etwas zum Ausdruck bringen, um die empfundene Last zu verlagern vom Leben ins Schreiben, von der einen auf die andere Schulter. Ihr Theater hat mit meist schmerzhaft empfundener Körperlichkeit zu tun. In einem Interview erzählt sie von der prägenden ...
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