Wo bleiben die Künstler?
Dass die Wissenschaft nicht mehr nach metaphysischem Sinn, sondern nach der Erfahrung der Zuschauer sucht, erscheint als Fortschritt. Wo der Abschied vom Werk des Tanzes, etwa durch rekonstruierbare Notationen und ihrer Interpretation nach dem Muster der Musikwissenschaft infrage gestellt wird, beginnt hier vielleicht eine neue Ära der «Wissenskultur»: als Anerkenntnis, dass es neben der akademischen Wissenschaft auch eine andere Wissensvermittlung gibt, eben die traditionelle der körperlichen Erfahrung.
Denn Wissenstransfer im Tanz geschieht ganz praktisch als ein Weitervererben von Körperwissen unmittelbar an der Ballettstange und im Probenraum.
Erfahrung, heißt es noch stringenter, ist nur körperlich ermessbar. Eine theoretische Aneignung von Tanz bleibt dagegen zwangsläufig Papier. Darum gerät die «Theorie» immer wieder in Verdacht, nur im Zuschauerraum dämmernd die Tanzkunst anzusehen (Theorie als eine Kunst zu sehen, zu verstehen, vergleichen zu können), um hieraus ihre Thesen zu formulieren. Natürlich einfühlsame, verständnisvolle, die letztlich immer «solidarische» Thesen sind, die auf Kongressen vorgetragen die Wichtigkeit des Tanzes feiern. Oder die seiner Inspiration ...
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2001. Don DeLillo veröffentlicht in New York seinen Roman «The Body Artist». Es ist die Geschichte der Avantgarde-Künstlerin Lauren Hartke. Zurückgezogen in einem einsamen Landhaus versucht sie, den Selbstmord ihres Ehemanns zu verwinden. Trotz ihres Bedürfnisses nach Einsamkeit nimmt sie sich eines Obdachlosen mit autistischen Zügen an, der sich im Haus...
Auf den ersten Blick könnte man meinen, dies sei ein Beweis für die mühelose Erhöhung des Renteneintrittsalters. Einer der Tänzer, Horst Dittmann sagt ja auch: «Ich musste neu beginnen, das habe ich getan.» Aber: «Bei einer gefälligen Inszenierung, die uns bloß noch mal im Rampenlicht glänzen lassen will, hätte ich niemals mitgemacht.» Mit seinen 63 Jahren ist er...
Doppelgänger is an exhibition comprising four screens, showing people looking at art and at themselves. Each of the four images is presented in duplicate, to be viewed (optionally) through glasses that blend the images weirdly into one with an awkward 3-D feel. The layered and swollen, stereoscopic image and flickery stop-motion effect (made from thousands of still...
