Wiesbaden: Tim Plegge «Sommernachtstraum»
Wieder in Wiesbaden, Staatstheater, 7., 25. Juni, 1., 2. Juli 2017.
Gleich zweimal «Sommernachtstraum» – ein Stoff, der oft choreografiert wird: In Mannheim bot ihn Ende 2016 Stephan Thoss (tanz 1/17), neuer Ballettintendant am Nationaltheater, jetzt hat Tim Plegge das Stück fürs Hessische Staatsballett inszeniert – Thoss‘ Nachfolger an der Spitze in Wiesbaden, das seine Tanzsparte mit Darmstadt zusammengelegt hat.
Das magisch angeheizte Liebesdurcheinander macht hier wie da gute Figur, lässt in schönem Kontrast linkische Handwerker und pfiffige Elfen auftanzen.
Thoss und Plegge beweisen, dass sich der Shakespeare’sche Traum so unterschiedlich träumen lässt, dass zwei Versionen in zeitlicher und räumlicher Nähe einander an Charme nichts nehmen – denn charmant sind beide Fassungen.
Bei Thoss träumt man eher nachtschwer, Plegges «Sommernachtstraum» ist heiterer: Seine Elfen tragen Kunterbuntes vom Grabbeltisch (Kostüme: Judith Adam), Luftballons reihen sich zum «LOVE»-Schriftzug, die Liebenden eilen mit Kopfkissen in den Wald und liefern sich vor ihrer Rückkehr eine Kissenschlacht mit den Elfen. Papa Egeus ist mild, Puck kein wirklich schlimmer Schelm. In seinen Pluderhosen erinnert er an Biene Maja.
Das abstrakte, schwarz-weiße Bühnenbild (Frank ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das kleinste institutionelle Tanzensemble der Schweiz ist nicht nur eines der feinsten, nun tanzt es auch ein Stück der international angesagten Choreografin Crystal Pite. Derlei grenzt an Zauberei. Wunderbar ist die kleine quirlige Truppe Tanz Luzerner Theater, weil ihre Leiterin Kathleen McNurney ein so sicheres Händchen für künstlerisches Potenzial hat,...
Zu den unvergesslichen Miniaturen der Tanzgeschichte gehört Johannes Brahms‘ Walzer in As-Dur, op. 39, No 15, choreografiert von Frederick Ashton für einen Reigen namens «Five Brahms Waltzes in the Manner of Isadora Duncan»: Nichts als eine Tänzerin, die binnen Minuten die ganze Bühne in ein Meer aus Blütenblättern verwandelt. Die Bilder brennen sich derart in die...
Was ist Ruhm für einen Tänzer? Möglichst viele Galas, die meisten Klicks für ein YoutTube-Video, Modeaufnahmen für die «Vogue», der Sprung ins Filmgeschäft? Oder ist es die lange Bühnenkarriere, die Kreation neuer Rollen als Muse eines Choreografen, der ominöse Titel der Primaballerina Assoluta? Spielt der Nachruhm – wer ist in 50 Jahren noch berühmt? – eine Rolle,...
