Hannover: Jörg Mannes «Henry VIII»

Tanz - Logo

Der junge Henry Tudor ist ein Bild von einem Mann – groß, sportlich, dazu noch gebildet und künstlerisch ambitioniert. Er ist noch keine 18 Jahre alt, als er zum englischen König gekrönt und damit zu Heinrich VIII. wird. Wie Macht und Machtmissbrauch aus dem jungen, strahlenden Hoffnungsträger einen 160 Kilo schweren, mörderischen Tyrannen machen, zeigt Jörg Mannes in seiner Neuschöpfung «Henry VIII». Denis Piza tanzt die Titelrolle, aber weil die Figur ein so komplexes Innenleben hat, stellt der Choreograf ihr einen gewissen «H» an die Seite.

Manchmal im Einklang mit Henry, manchmal im Widerspruch zu ihm, wird dieser «H» mitunter sehr akrobatisch getanzt von Orazio Di Bella.

Mit Macht hat auch der immense Frauenverschleiß zu tun, mit dem der Herrscher in die Geschichte eingehen wird. Und doch ist jede Beziehung anders, wie Mannes wunderbar herausarbeitet. Die erste, arrangierte Hochzeit mit Katharina von Aragon zeigt einen selbstbewussten und kraftstrotzenden König, dessen Brautwerbung allerdings eher höfisch-verhalten als emotional ausfällt. Der eheliche Vollzug ist in erster Linie dem Fortbestand des Hauses Tudor geschuldet, der Akt wird sportlich auf einem riesigen Holzbrett ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 38
von Kirsten Pötzke

Vergriffen
Weitere Beiträge
Tanz im Juni

Berlin

Performing Arts Festival

Über 120 Veranstaltungen bilden ein Porträt der Freien Szene in Berlin, so verspricht es der Landesverband freie darstellende Künste auch in diesem Jahr: eine Leistungsshow an über 50 Spielstätten. Und mittendrin, wie die Ruhe selbst, steht ein alter Wohnwagen Marke «Bastei», der im Hof des Dock 11 zum Innehalten einlädt. Sein...

Pionierin des Creative Dance in den USA

Umgänglich war sie nicht. Von den herben, markanten Gesichtszügen lässt sich auf ihr Wesen schließen. Die Tanzpionierin Barbara Mettler (1907 – 2002), Begründerin des Creative Dance in Amerika, galt ihren Studenten dennoch als «high priestess of kinesthetic sense». Sie unterrichtete bis ins hohe Alter von 91 Jahren in ihrem Studio in Tucson/Arizona. Dort hat...

Staatstheater Nordost

Für Ballettdirektor Ralf Dörnen ist es der «falsche Weg». Aber nach einem Beschluss vom 9. Mai haben «Kulturministerin Birgit Hesse und die Träger der Theatergesellschaften», heißt es in einer Presseverlautbarung, allen Warnungen zum Trotz «den weiteren Fahrplan vereinbart. Dieser sieht die Verschmelzung des Theaters Vorpommern und der Theater und...