wien: superamas «theatre»
Das neue Superamas-Stück dürfte für belgische Zuschauer ein Schocker sein. Immerhin spielt es einen Bürgerkrieg in ihrem Land durch, wobei sich König Albert II. als Schurke und Muammar al-Gaddafi als Retter der Nation entpuppt. «Theatre» ist ein brutales Gedankenexperiment (verkleidet als ausgelassene Bühnenshow), das vorführt, wie unsere Vorstellungen durch unsere eigene Weltsicht bestimmt werden. Was impliziert, dass unsere Perspektive, unser Blick auf die Welt, zutiefst theatralisch ist.
Denn worum geht’s im Theater, wenn nicht um Blickwinkel?
Entsprechend ungewöhnlich beginnt das Stück: Karen Lambæk, Lieve De Pourcq und Bahar Temiz treten zunächst als Bauchtänzerinnen auf. Sie beschwören das Bild Salomes, jener Frau, die sich mit ihrem Schleier-tanz das Haupt Johannes’ des Täufers «verdient» – ein Lieblingsmotiv der Kunstgeschichte. Der italienische Renaissance-Maler Filippo Lippi hat es im Dom von Prato für ein monumentales Fresko verwendet. Über eben dieses Kunstwerk diskutiert eine Gruppe von Gelehrten auf der Bühne. Genauer: Die Darsteller bewegen ihre Lippen zu den eingespielten Ausführungen des Kunsthistorikers Jeffrey Ruda. Dieser erklärt die Bedeutung der ...
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Tanz Januar 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 48
von Pieter T’Jonck
In der Tanzgeschichte gibt es eine Zeitrechnung vor und nach dem 29. Mai 1913. Die Uraufführung von «Le sacre du printemps», getanzt von Serge Diaghilews Ballets Russes in der Choreografie von Waslaw Nijinski, katapultierte die Tanz- und Musikwelt endgültig in die Moderne. Igor Strawinskys peitschend-perkussive Streicher und Nijinskis in Reihen, Rauten und Kreisen...
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dornröschen
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