wearables
Nachdem wir nicht mehr einen Koffer voller Wecker, Kompass, Schreibmaschine, Landkarte, Kalender, Kamera und dergleichen durchs Leben schleppen, nachdem auch Radio, Spiele, Taschenlampe, Bücher, Platten und die Wetterstation den allerkleinsten Platz im Telefon gefunden haben, rückt der schwer erleichterte Körper selbst in den Fokus. Wo einst die Armbanduhr saß, klebt ein Fitness-Armband. Statt von Kleidung reden wir hochnäsig von «Wearables», dem Tragbaren. Der Unterschied? Früher trug man, was einem gut stand. Heute zählt, was uns besser bewegt.
Nicht nur Sneakers und der Kapuzenpulli mit praktischer Innenbeleuchtung sind Zeichen groß-artiger Mobilität. Der Trend, so die südkoreanische Künstlerin Soomi Park, geht zum «Swing Skirt», dem «Schaukelrock». Wo einseitige Belastungen des Körpers an der Barre oder am Schreibtisch mindes-tens ein Fitness-Studio zur Reparatur benötigen, pendelt dieser Rock den eigenen Körper wie von selbst wieder aus. Denn, so die besorgte Künstlerin: «Oft ignorieren die Leute den körperlichen Stress, was dazu führt, dass wir es unbewusst immer öfter mit der Angst zu tun bekommen.» Gegen diese Angst vor dem Stillstand hilft ihr Rock, der sich beim Aufstehen ...
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Tanz Juli 2015
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Arnd Wesemann
Sein Pensum ist atemberaubend – jeder Tag voll mit Terminen, Proben, Verhandlungen, Telefonaten. Zumal seit feststeht, dass Sidi Larbi Cherkaoui neuer Leiter des krisengebeutelten Königlichen Balletts Flandern wird. Eigentlich müsste der Star aus Brüssel also schwer gestresst sein. Doch er ist Buddhist und sitzt noch am Tag vor der Premiere seines neuesten Stücks...
Eine sonore Stimme, aufgezeichnet 1937 von der BBC, fragt ins Rund des Royal Opera House: «Wie können wir die alten Worte neu ordnen, damit sie überleben, damit sie Schönheit erzeugen, damit sie die Wahrheit erzählen?» Es spricht die Schriftstellerin Virginia Woolf, und was sie verkündet, ist ihr literarisches Credo. Wer so vermessen ist, diese Ikone der Literatur,...
Am Anfang war das vertikale Gewerbe: Eisa Jocson lernte Poledance. Für ihre Recherchen über den phi-lippinischen Tänzerkörper in der Erotikbranche nahm sie anschließend Privatunterricht bei den typisch phi-lippinischen, professionellen Macho-Dancers aus einem benachbarten Nachtclub – bei sich zu Hause im Wohnzimmer. Und für das maskuline Körpergefühl trainierte sie...
