woolf works
Eine sonore Stimme, aufgezeichnet 1937 von der BBC, fragt ins Rund des Royal Opera House: «Wie können wir die alten Worte neu ordnen, damit sie überleben, damit sie Schönheit erzeugen, damit sie die Wahrheit erzählen?» Es spricht die Schriftstellerin Virginia Woolf, und was sie verkündet, ist ihr literarisches Credo. Wer so vermessen ist, diese Ikone der Literatur, ihre Mission und ihr Opus auf die Ballettbühne bringen zu wollen, riskiert den Totalabsturz. Bebilderung äußeren Geschehens führt hier genauso in die Sackgasse wie ein Spaziergang über innere Landschaften.
Statt einen dieser Irrwege zu beschreiten, zieht Wayne McGregor in London die einzig richtige Option. Er nimmt das BBC-Tondokument, spannt es als Prolog vor seine dreiteilige Hommage «Woolf Works», macht sich das ästhetische Anliegen zu eigen und begegnet seiner Heldin so auf Augen-höhe – von Autor zu Autor sozusagen.
Der resident choreographer des Royal Ballet übersetzt Virginia Woolfs Maximen in die Sprache des Tanzes, reiht das klassische Vokabular zu neuen Kombinationen und baut daraus ein Gefüge, in dem – schön und wahrhaftig zugleich – Werk und Vita der Schriftstellerin aufgehoben sind wie in einem ...
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Tanz Juli 2015
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Dorion Weickmann
Durch die Leere führt ein Strich. Aus dem Strich wird ein Kreis. Je transzendentaler, desto besser. Nacera Belaza macht keine Bühnenshows. Bei ihr laufen repetitive Muster, von Anfang bis Ende mit minimalen Variationen durchsetzt. Da bleibt nichts kleben. Keine Geschichte, keine Bilder, keine zeitliche Orientierung. Selbst der Titel hilft nicht. Dabei setzt «La...
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Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
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Marina...
Die Anfänge seiner Choreografien schiebt Jefta van Dinther gern lang sam aus einem Nullpunkt heraus: aus der Reglosigkeit, wie einst bei «It’s in the air» (2009), dem Duett des Schweden mit Mette Ingvartsen. Oder aus der Ununterscheidbarkeit der Performer vom streunenden Publikum bei «The way things go» (2011); und diesmal aus völliger Dunkelheit und Stille. Ein...
