Walzer umgestrickt

in Mainz

Tanz - Logo

Jahrzehntelang gab es nur eine Art Walzer zu tanzen: mit schwungvollen Drehungen links oder rechts herum. Jetzt hat Martin Schläpfer für seine Strauß-Choreografie «Marsch, Walzer, Polka» zum Auftakt eines Dreiteilers in Mainz eine neue Art des Walzertanzens erfunden. Den musikalischen Tempi setzt die Choreografie ihre eigene Geschwindigkeit entgegen, ohne den Einklang mit der Musik aufzukündigen: ein sublimes Kunststück der feineren Art.

Musikalisch kombiniert Schläpfer vier bekannte Kompositionen der Wiener Strauß-Dynastie – «An der schönen blauen Donau», die «Sphären­klänge», den «Radetzky-Marsch» und die «Annen-Polka» –, und choreografiert sie nicht nur originell, sondern auch von überirdischer Schönheit.
Seine komplette Truppe setzt er ein: zehn Frauen und zehn Männer. Aber es gibt nie ein großes Ensemble. Wir sehen nur kleine und kleinste Einheiten: Soli und Duette, allenfalls mal Quartette oder Quintette. Der Choreograf hat seinen Tänzerinnen mit den traditionellen Bewegungen auch die stoffreichen, rauschenden Ballkleider versagt. Er lässt sie in von Thomas Ziegler entworfenen kurzen Hängerchen oder in knappen Shorts tanzen.
Besonders gern arbeitet Schläpfer mit verzögerten ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2006
Rubrik: on stage, Seite 42
von Jochen Schmidt

Vergriffen
Weitere Beiträge
To Hilary Stainsby

Meaning “of the heart“ in Arabic, “Amu” brings together 50 musicians, 7 singers, 10 dancers, a heart specialist and two very different responses to the theme – Wayne McGregor’s abstract choreography and Sir John Tavener’s dramatic classical music composition based on an Arabic love poem. The bold concept aimed to address the complex multi-functionality and...

Traurige Obsession

Es war eine Amour fou, die Oskar Kokoschka nie verwinden sollte. Nach der Affäre mit der Wiener Muse und Musikerin Alma Mahler ließ der expressionistische Maler eine lebensgroße Puppe von ihr anfertigen, die er sieben Jahre lang als künstliche Geliebte mit sich he­rumtrug. Dann, nach einer durchzechten Nacht, hackte er ihr den Kopf ab.
Alma Mahler war in gewisser...

Die Flugschülerin

Mit Berliner His­torie im Kopf ließe sich fragen, ob da wohl etwas zusammenwächst, was zusammengehört. Zwischen Sasha Waltz, Schubert und Ballett. Es geschah nicht in Berlin, sondern in Lyon, dass Waltz in der Folge von «Impromptus» Schubert eine «Fantasie» entlockt. Eine Art Impromptu war es auch, sich erstmals ohne sasha waltz & guests in eine Kreation zu...