Vorschau 10/22
Neue Räume, neue Körper
Outdoor, Streaming, VR, 1:1-Formate – der Tanz hat aus der Corona-Not eine Tugend gemacht und alternative Räume für sich entdeckt. Wohin die Reise geht, welche Dimensionen Choreograf*innen und Tänzer*innen bespielen möchten und wie Identitätsdiskurse auch die Körperbilder in Schwingung versetzen – all das thematisiert unser Jahrbuch 2022
Oona Doherty
Direkt, authentisch, aufrüttelnd – diese Qualitäten kennzeichnen die Choreografien der Frau aus London mit Wohnsitz Belfast.
Ihre Arbeiten entstehen aus dem Geist eines zeitgenössischen Verismus. Und sie heben ab, weil ihre Urheberin niemals abgehoben denkt. Ein Porträt
Carlo Blasis
Ohne ihn wäre kein Petipa, kein Balanchine, kein Forsythe denkbar: Carlo Blasis, vor 225 Jahren geboren, gehört zu den historischen Großdenkern des Balletts – und war zudem ein Wegbereiter der Abstraktion
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Tanz Oktober 2022
Rubrik: Vorschau, Seite 72
von
YOYI! CARE, REPAIR, HEAL
Care-Arbeit wird eines der drängenden gesellschaftlichen Themen der nächsten Jahrzehnte werden. Und deswegen sind Fragen zu diesem Komplex auch Fragen für die Kunst. Die Ausstellung «YOYI! Care, Repair, Heal» im Berliner Gropiusbau versammelt Videos, Malerei, Installationen und Performances von unter anderem Kader Attia, Grace Ndiritu und...
Und dann bricht es aus ihnen heraus. Der Tanz, die Bewegung, der Move. Gerade haben die Anzugträger*innen im Foyer irgendeiner Bank of America noch über die kulturelle Unterschiede überwindende Kraft des Geldes sinniert, schon flattern erst die Scheine hinter den Schaltern wie aus Zauberhand, später Männer und Frauen über die glänzenden Marmorplatten, über Tische...
Alles kann zum Mythos werden, sagt Roland Barthes. In Angelin Preljocajs neuem Opus «Mythologies», das von Zeus und Ikarus bis Aphrodite und Minotaurus ein (nicht immer) hellenisches Feuerwerk abbrennt, ist der Philosoph die Brücke zur heutigen Welt. Preljocaj bezieht sich auf Barthes’ Essaysammlung «Mythen des Alltags», die ihm ein exzellentes choreografisches...
