Oleg Bessmertni, Foto: Barbara Dötsch

Vor dem Berliner Tanzolymp

Weihnachtsballett-Saison

Sein Credo ist mehr als nur ein Lippenbekenntnis. «Tanz ist eine Weltsprache», meint Oleg Bessmertni und nimmt dafür seinen «Tanzolymp» als Beweis. Vor 15 Jahren hat er in Berlin diesen Ballettwettbewerb gegründet, den er selbst «Internationales Tanzfes­tival Berlin» nennt. Das Ein-Mann-Unternehmen sprengt schon immer alle Grenzen, und deshalb wundert es auch nicht weiter, wenn inzwischen Vorentscheidungen in Argentinien, Brasilien, Peru, Russland und der Ukraine stattfinden, um den eigentlichen Concours in einem einigermaßen überschaubaren Rahmen zu halten.

Der Ex-Tänzer bezeichnet ihn schlichtweg als «Ereignis»; schließlich kommen für fast zehn Tage Kandidaten aus vierzig Ländern nach Berlin, und das nicht nur mit ihren Lehrern, sondern oft auch mit den Eltern. «Sie wohnen hier. Sie essen hier. Sie bringen nicht zuletzt viel Geld in die Stadt.» Sagt’s und fragt sich gleichzeitig, warum der Regierende Bürgermeister – anders als sein Vorgänger – ihn im Regen stehen lässt und nicht die Schirmherrschaft übernimmt. Und das, obwohl der «Tanzolymp» die Stadt keinen roten Heller kostet.

Ein Bessmertni lässt sich dadurch in seiner Mission nicht beirren. Um dem «Tanzolymp» vom 15. bis ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2017
Rubrik: Praxis, Seite 72
von Hartmut Regitz

Weitere Beiträge
Koblenz: Steffen Fuchs, Andreas Heise, Ihsan Rustem «Gefallene Helden»

Und sagte kein einziges Wort. Im Theaterstück von Heiner Müller lässt sich die Marquise nicht den Mund verbieten. Im «Quartett» von Steffen Fuchs dagegen, ein Ballett nach der gleichnamigen Vorlage von Heiner Müller, ist die Merteuil völlig verstummt. Unwirklich langsam gleitet sie anfangs über die Bühne, bevor sich kurzfristig der himmelblaue Vorhang zum ersten...

Die mittlere Generation

Brüssel kommt nach Berlin. Das kann man so lesen: Erst kommt Berlin, dann kommt Brüssel. Aber das stimmt nicht. Keine zwei Städte in Europa liefern sich ein derart knappes Kopf-an-Kopf-Rennen um ihre Bedeutung für die zeitgenössische Tanzkunst wie diese beiden Metropolen. Nun stattet Brüssel einen offiziellen Besuch in Berlin ab. Neun Künstler kommen an die Spree,...

Mannheim eröffnet

In elf Monaten Umbau wurde aus der Trinitatiskirche, einem geradlinigen Betonbau mit bunten Glasfenstern von 1959, ein Zentrum für zeitgenössischen Tanz in Mannheim. Die Initiatoren, Daria Holme und Éric Trottier, haben nun mitten in den berühmten Quadraten einen Ort für Tanzkurse, Proben und Aufführungen, so am 4. November die Premiere «ZeitGeist» von Éric...