václav kunesˇ

Tanz - Logo

Er ist ohne Zweifel geprägt von seiner Zeit als Tänzer des Nederlands Dans Theater 1 und als Assistent Jirˇí Kyliáns. Aber auch aus seiner Zeit bei Sa­buro Teshigawara finden sich Spuren in seinen raffinierten Pas de deux mit seiner Partnerin Nataša Novotná. Die strotzen nur so vor Leichtigkeit, psychologischer Wahrheit und der Freiheit, mit sich selbst, dem eigenen tänzerischen Vokabular, der dargestellten Beziehung ironisch und spielerisch umzugehen, in traumwandlerischer Sicherheit, so natürlich wie ein Atemzug oder ein Herzschlag.

Immer wieder schaffen sie es, eine Illusion von Schwerelosigkeit zu vermitteln. In immer neuen, unvorhersehbaren Wendungen verleihen sie ihrer Beziehung eine Au­thentizität, die sie jenseits aller Fragen nach choreografischen Kategorien katapultiert. Dies ist wohl die lebendigste Synthese aus klassischer Technik und zeitgenössischem Denken, die überhaupt zu erzielen ist. Da können sie auf Verfremdungseffekte setzen, die ihre Figuren nur umso authentischer erlebbar machen und die so auch nie zur Illustration oder zur Mime greifen müssen, um vor dem Auge des Zuschauers konkrete Situationen zum Leben zu erwecken. Tiefste Recherche erscheint wie purer ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Hoffnungsträger, Seite 146
von Thomas Kuhn

Weitere Beiträge
aïcha m’barek und hafiz dhaou

Das tunesische Choreografenpaar pendelt seit Jahren zwischen Lyon und Tunis, doch mit und seit der Revolution verlegten sie ihren Schwerpunkt in die alte Heimat zurück: als künstlerische Kodirektoren programmierten sie im Mai die zehnte Edition des renommierten Festivals «Rencontres Chorégraphiques de Carthage». Seit 2002 arbeiten die Mittdreißiger zusammen,...

michaeldouglas kollektiv

Wer Michael Douglas sehen will, geht ins Kino. Wer das MichaelDouglas Kollektiv sehen will, geht nach Köln. Dort haben sich 2009 die beiden Tänzer Michael Maurissens und Douglas Bateman niedergelassen, um nach dem Aus von Amanda Millers pretty ugly dance köln eine neue Existenz zu gründen. Professionell und pfiffig ist das Ensemble, dem sich auch weitere ehemalige...

Stuttgarter Ballett

Drei Wochen lang Aufführungen, Gastspiele, Rückblicke, Ausgrabungen alter Stücke, eine Direktorenkonferenz und natürlich die obligatorische Gala: Das 50. Jubiläum des Stuttgarter Balletts wurde mit einem riesigen Fest und Prominenz aus aller Welt begangen. Im ­Mittelpunkt standen die ehemaligen Tänzer: Intendant Reid Anderson hatte alle eingeladen, derer man...