oleksandr stoianov
Von Rudolf dem Großen (alias Nurejew) geht die Sage, er habe rücklings seine Pomuskeln spielen lassen, sobald der Publikumsblick etwas zu lang auf der jeweiligen Ballerina verweilte. Der erotische Mehrwert des Hinternspektakels soll dem Vernehmen nach jede noch so verführerische weibliche Rundung in den Schatten gestellt haben.
Nicht von ungefähr kommt einem genau diese Anekdote in den Sinn, kaum dass Oleksandr Stoianov, gerade mal 24 Jahre jung, bei der Berliner Japan-Benefizgala Agrippina Waganowas Pas de deux «Diana und Aktäon» zum Besten gibt – mit einer Partnerin, die ihm leider nicht mal ansatzweise das Wasser reichen kann. Ein Hauch von «Rudik» schwebt über dem Saal, wenn Stoianov aus der Kulisse spaziert und sich für Sprünge präpariert, die das Bühnendach zu eliminieren scheinen. Schmal und hoch gewachsen kommt er daher, ausgeprägte Wangenknochen über filigran verästelten Zügen – und schon steht ihm jene kaum merkliche Prise Arroganz ins Gesicht geschrieben, die das Wissen um die eigene Wirkung hervorbringt.
Seit fünf Jahren gehört der in Jalta geborene Stoianov dem Ballett der Staatsoper Kiew an und stromert dortselbst mit hoher Verlässlichkeit durchs klassisch ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Hoffnungsträger, Seite 152
von Dorion Weickmann
Er gebraucht den Raum wie eine dreidimensionale Leinwand. Ähnlich der Farbfeldmalerei der abstrakten Expressionisten experimentiert der Berliner Tänzer und Choreograf mit «Körperfarben» und Bewegungsstrukturen, mit den Spannungsfeldern in und zwischen den Körpern und ihren Reaktionen auf Klangimpulse. In der Bewegungsrecherche «Tremor», erarbeitet während seiner...
und andere Metaebenen: Warum sollen Tänzer keine Intendanten werden? Oder eine Agentur für Tanzkompanien gründen? Oder Tanz kuratieren? Oder eine eigene Schule eröffnen? Und wenn das nichts ist, wäre man auch in der Wissenschaft willkommen
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