Tanzpreis 2010

Die Choreologin Georgette Tsinguirides bekommt am 27. Februar den Deutschen Tanzpreis in Essen verliehen.

Tanz - Logo

Diese Stimme. Sie schwebt im Raum, überlagert die Musik. Es ist die Stimme einer nicht mehr jungen Frau, die persönlich und unverstellt von ihrem Leben erzählt, einem Leben, das untrennbar mit dem Tanz, vor allem mit dem Ballett in Stuttgart, verbunden ist. In Bridget Breiners 2007 entstandenem Stück «Zeitsprünge» spielte Georgette Tsinguirides eine akustische Hauptrolle.

Sie war das «missing link» zwischen dem Ort der Aufführung – einer Ausstellung mit Bildern, Zeichnungen und Entwürfen des Künstlers Willi Baumeister im Kunstmuseum Stuttgart – und deren Anlass: ein Auftragswerk, das zum einen Baumeister, zum anderen das 1950 in Stuttgart uraufgeführte Ballett «In scribo satanis» von Osvald Lemanis zu Musik von Otto-Erich Schilling und zum dritten die Schüler der John Cranko-Schule zusammenbringen sollte. Aus diesem theoretischen Konzept machte Georgette Tsinguirides, der am 27. Februar der «Deutsche Tanzpreis» verliehen wird, eine sinnlich-sinnhafte Verbindung.
Die gebürtige Stuttgarterin sollte eigentlich persönlich in «Zeitsprünge» auftreten, erzählt Breiner – und wer Tsinguirides’ Auftritt als Amme in John Crankos «Romeo und Julia» erlebt hat, wird das sofort plausibel finden –, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Das könnte Sie auch interessieren:
Was ist Choreologie?


Tanz Februar 2010
Rubrik: Menschen, Seite 30
von Katja Schneider

Vergriffen
Weitere Beiträge
Frühlingsop(f)er

«Le sacre du printemps» fegt durch die choreografische Landschaft wie ein Schneeball, der zur Lawine anwächst. Von Lateinamerika bis Asien und Afrika begegnet man Choreografen, die erzählen, wie sie einst ein Video von Pina Bauschs «Frühlingsopfer» sahen und dann beschlossen, ihr Leben dem Tanz zu widmen. Einen ähnlich prägenden Einfluss hat sonst wohl nur Marcel...

Motion bank

Ausgebuht wurde er in seiner Spielstätte, dem Bockenheimer Depot in Frankfurt, für sein verbales Konzert «Theatrical Arsenal II». Als er selbst ans Mikrofon trat und dem Publikum erklärte, dass er «Sprache choreografiert», war es zufrieden, denn es hatte den charismatischen Meister in Persona erlebt, der zum Jahreswechsel sechzig Jahre alt wurde und nun 1,4...

Blutfontänen

Wer Showtanz zu seinem Beruf macht und die Kunst der Choreografie fürs Haschen der Effekte braucht, sei in Gottes Namen nicht ausgenommen von seiner Liebe. Wer Jesus Christus zum Schluss an den eisernen Vorhang nagelt und im Namen von Klaus Kin­ski die Kirche ihrer Unchristlichkeit beschuldigt, darf auch gern erklären: «Jesus Christ Superstar» war gestern,...