Life/Art
Am 13. Juli wird Anna Halprin, die amerikanische Wegbereiterin des postmodernen Tanzes, 90 Jahre alt. Von ihr stammt die Idee der kollektiven Improvisation, für sie ist die Grenze zwischen Tanz, Kunst und Therapie fließend, für sie wurde Tanz ein Mittel zur «Wiederentdeckung der eigenen spirituellen Identität», für sie muss Tanz fließend, unmittelbar und vor allem: notwendig sein.
Halprins gestalttherapeutischer Ansatz, der Fokus auf die Selbstmotivierung zur Lösung von Problemen oder Konflikten, blieb seit 1972 stets derselbe – jenem Jahr, als sie wegen einer Blockade in ihrer Beckenregion nicht mehr tanzen konnte. Sie skizzierte ein Bild von sich, ihr Arzt diagnostizierte exakt an dieser Stelle einen Tumor. Drei Jahre nach Operation und Chemotherapie kehrte der Krebs zurück. Mit Freunden und Gefolgsleuten führte Halprin ein Ritual durch, um ein heilkräftiges Bild ihrer selbst tanzen zu können; ihr Krebs bildete sich spontan zurück. Seither ist für sie Leben und Kunst dasselbe, ein «Life/Art Process», der dem Tanz mehr zubilligt, als nur eine Kunstsparte zu sein. Die Autorinnen Ronit Land, Ursula Schorn und Gabriele Wittmann haben jetzt einen gut 200-seitigen Reader vorgelegt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Christoph Winkler ist Stipendiat des Tanz-Residenzprogramms des Goethe-Instituts Montreal. Drei Wochen lang wird er mit den Tänzern Eugene «U-gin» Boateng, Jörg Schiebe und Luke Garwood im Tanzhaus Circuit-Est und danach in seinem Berliner Studio eine Choreografie mit dem Arbeitstitel «Routinen» erarbeiten. Es geht um «den Übergang von der Arbeits- zur...
Wer einmal in den Abgrund einer Papiertüte blickte, weiß, was es heißt, wenn von schwarzen Löchern die Rede ist. Gleich mehrmals reißt der Performer in Lackschuhen und Anzug seine große Tüte auf und lässt das Publikum hineinsehen in gähnende, absolute Dunkelheit. Probleme der Quantenphysik, der Schwerkraft, der Existenz einer anderen Dimension schnurren in der...
Das Leben hat in ihrem Gesicht tiefe Spuren hinterlassen, von Schicksalsschlägen blieb Susana Janssen Audeoud nicht verschont. Ein Schlaganfall vor fast 20 Jahren bereitete der eigenen Arbeit ein Ende. Aber Susana ließ sich auch den Premierenbesuch von «Florescencia» nicht nehmen, vor wenigen Monaten, im Rollstuhl sitzend, zum 25-jährigen Jubiläum der Kompanie...
