«Fanny Elssler» mit Lilian Harvey und Rolf Möbius im Fasangarten von Schloss Schönbrunn, um 1936; Foto: ullstein bild / Imagno/Austrian Archives
Tanz mit der Kamera
Was treiben die Herrschaften da bloß, in diesem riesenhaften Goldfischglas ohne Wasser? Die Damen tragen Schaftstiefel und hautenge Schlauchkleider, die Herren futuris-tische Uniformen, mit stoischer Miene wippt man aneinander vorbei: Hände in den Nacken, Ellbogen seitlich ein- und ausklappen, Schritt, Schritt, Partnerwechsel und die Arme kreisrund von unten nach oben führen – erinnert irgendwie an den Auftakt von Maurice Béjarts «Boléro». Nicht auszuschließen, dass die eine oder andere Passage dieser extraterrestrischen Party eminente Vorbilder hat.
Der «Boléro» ging 1961 über die Bühne, die «Raumpatrouille Orion» startete fünf Jahre später in den Orbit des deutschen Fernsehens – und am Ende jeder Folge versammelte sich die Crew um Kommandant McLane (alias Dietmar Schönherr) im Starlight Casino des Raumschiffs, um das soeben bestandene Abenteuer mit einem flotten «Galyxo» zu feiern. Was nichts anderes ist als die galaktische Version des seinerzeit in irdischen Gefilden beliebten Modetanzes Calypso.
Zu bewundern ist das extravagante Vergnügen in Schwarzweiß auf einem Monitor im Potsdamer Filmmuseum, das unter dem Titel «Alles dreht sich … und bewegt sich» die--Liaison von Tanz ...
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Tanz Dezember 2017
Rubrik: Traditionen, Seite 57
von Dorion Weickmann
«Macbeth» in ein Ballett zu verwandeln, hat genau einen großen Vorteil: die extreme Präsenz der Körperlichkeit, die Zustände wie Rausch, Raserei und Wahnsinn formulieren und beinahe unmittelbar auf das Publikum übertragen kann. Alles andere ist nicht mehr Shakespeare. Der Mut zur Lücke setzt auf bildungsbürgerliches Hintergrundwissen. Die eineinhalbstündige...
Etwas blass, sehr schlank und im blauen Sweater, den er auch ein paar Stunden zuvor für einen russischen Fernsehbericht anlässlich seiner Proben am Moskauer Taganka-Theater anhatte, kommt Andrey Kaydanovskiy zum Gespräch in Wien. An der Donau ist sein Lebensmittelpunkt, weil hier die kleine Tochter und seine Frau zu Hause sind, die charismatische Rebecca Horner,...
Es könnte die Werkstatt von Dr. Coppélius sein, ein aufgelassenes Revuetheater, ein überaus geräumiges Wohnzimmer voll versteckter Schubladen, Schaukästen und Bodenluken. Oder einfach ein Ort der Einbildungskraft, den wenig später ein gewisser Drosselmeier kraft seiner Elektrozigarette unter Dampf setzt. Was auch immer sich Christian Spuck und sein Bühnenbildner...
