Stuttgart
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne? Pustekuchen! Marie Bues und Nicki Liszta stimmen gleich zu Beginn die harten, das Publikum bedrängenden Töne an, die man von beiden gewohnt ist.
Zum Start ihrer langfristig angelegten Zusammenarbeit haben die Intendantin des Stuttgarter Theaters Rampe und die Choreografin mit Thomas Köcks apokalyptischem Endzeitstück «Paradies fluten» eine perfekte Vorlage gefunden, die dem Zusammenspiel von 13 Tänzern, Schauspielern und Musikern den nötigen Raum lässt, um aus dieser «verirrten Sinfonie», so der Untertitel, eine atmosphärisch dichte Performance zu machen.
Nicki Liszta versteht es seit ihren ersten Stücken, Grenzen aufzulösen und das Publikum mitten in beklemmende, mit physischer Wucht anbrandende Tanzszenen zu platzieren. Wenn im Theater Rampe das Paradies geflutet wird, blasen drei Musiker an Schlagzeug, Bass und E-Gitarre vom Rand aus so massive Klangwolken über die Bühne, dass sie die zehn Akteure packen und in gewaltigen Wirbeln mitreißen. Einhundert Minuten später, nachdem Tänzer zu Schauspielern, Schauspieler zu Tänzern wurden und alle neue Facetten an sich entdecken durften, wird das Publikum zum Schlussapplaus selbst auf ...
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Tanz Dezember 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 46
von Andrea Kachelrieß
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