Anthologie
Eigentlich taugt Weihnachts-Völlerei nur dazu, dass man sich irgendwann in mehr oder minder bewegungsuntauglichem Zustand zurückziehen und ein Buch zur Hand nehmen darf – das möglichst unterhaltsam von Bewegung handelt. Hervorragend geeignet ist dieser von Natalie Fischer edierte Sammelband, der uns auf eine Reise von England über den Balkan nach Russland mitnimmt. In Briefen, Tagebucheinträgen und literarischen Vignetten stellen uns Grandseigneurs wie Goethe, Heine, Fontane das Tanzgeschehen ihrer Tage vor Augen.
Ob Ballsaal oder Bühne – fast immer ist es eine Ode der Anbetung. Oder ein kapitaler Verriss.
Bisweilen aber auch ein Menschenporträt, das mit wenigen Worten den Abgrund einer Tragödie aufreißt. So, wenn Harry Graf Kessler 1928 in Paris Diaghilew begegnet, der «mit einem kleinen, hageren Jungen in einem zerschlissenen Mantel» auf ihn zukommt. «Kennen Sie ihn nicht?», fragt der Impresario, dann ruft er: «Aber es ist doch Nijinsky!» Der einstige Tänzer-Stern der Ballets russes, er ist verglüht. Genauso lesenswert wie die Hervorbringungen illustrer Federn sind die Einlassungen weniger prominenter Damen. So zeichnet die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin ...
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Tanz Dezember 2016
Rubrik: Medien, Seite 63
von Dorion Weickmann
In einigen Ballettlexika sucht man ihren Namen vergebens. Und doch ist Duška Sifnios nicht irgendwer. 1934 in Skopje geboren, ging die Jugoslawin bei den besten Lehrmeistern ihrer Zeit in die Schule. Der Unterricht bei Nina Kirsanowa, Leonid Lawrowski, Assaf Messerer und Victor Gsovsky zahlte sich aus in einer Karriere, die sie innerhalb kürzester Zeit an die...
Balanchine: New York – Paris
Auf den ersten Blick sieht das Programm zusammengewürfelt aus. Sobald man aber etwas genauer hinschaut, noch besser: hinhört, merkt man die Absicht – und ist keineswegs verstimmt. Im Gegenteil: Alle vier Choreografien George Balanchines, mit denen das New York City Ballet diesen Sommer im Théâtre du Châtelet gastierte, haben etwas...
Anders als etwa Paris, Berlin oder London werden die großen Städte Spaniens für ihren künstlerischen Reichtum selten gepriesen. Diese mangelnde internationale Aufmerksamkeit bedeutet freilich nicht, dass hier nicht wichtige Projekte und Talente von Weltrang gedeihen würden. Spanien ist ein Land, das auf eine lange kunstgeschichtliche Tradition zurückblicken kann,...
