Anthologie

Aber es ist doch Nijinsky!

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Eigentlich taugt Weihnachts-Völlerei nur dazu, dass man sich irgendwann in mehr oder minder bewegungsuntauglichem Zustand zurückziehen und ein Buch zur Hand nehmen darf – das möglichst unterhaltsam von Bewegung handelt. Hervorragend geeignet ist dieser von Natalie Fischer edierte Sammelband, der uns auf eine Reise von England über den Balkan nach Russland mitnimmt. In Briefen, Tagebucheinträgen und literarischen Vignetten stellen uns Grandseigneurs wie Goethe, Heine, Fontane das Tanzgeschehen ihrer Tage vor Augen.

Ob Ballsaal oder Bühne – fast immer ist es eine Ode der Anbetung. Oder ein kapitaler Verriss.

Bisweilen aber auch ein Menschenporträt, das mit wenigen Worten den Abgrund einer Tragödie aufreißt.­ So, wenn Harry Graf Kessler 1928 in Paris Diaghilew begegnet, der «mit einem kleinen, hageren Jungen in einem zerschlissenen Mantel» auf ihn zukommt. «Kennen Sie ihn nicht?», fragt der Impresario, dann ruft er: «Aber es ist doch Nijinsky!» Der einstige Tänzer-Stern der Ballets russes, er ist verglüht. Genauso lesenswert wie die Hervorbringungen illustrer Federn sind die Einlassungen weniger prominenter Damen. So zeichnet die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin ...

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Tanz Dezember 2016
Rubrik: Medien, Seite 63
von Dorion Weickmann

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