Stichprobe: Das Mariinsky-Ballett
Die Russen kommen, die Russen kommen! Kein Jahr vergeht, ohne dass das Mariinsky-Ballett St. Petersburg seine eigene «Saison» im Großen Festspielhaus Baden-Baden bestreitet. Doch Gefahr, die Gastspieltätigkeit könnte sich eines Tages erübrigen, besteht nicht.
So lange selbst Kritiker namhafter Tageszeitungen allen Ernstes von einer «Schwanensee»-Ballerina behaupten, dass sie locker dreißig statt der geforderten 22 Fouettés dreht, kommt dem Kulturtransfer von der Newa an die Oos eine Bedeutung zu, die nicht hoch genug zu veranschlagen ist – sozusagen als Nachhilfeunterricht in Sachen Klassik. Ganz abgesehen davon, dass sich die Kunst des einstigen Kirow-Balletts längst nicht mehr bloß in der Bewahrung des Bewährten erschöpft. Mindestens ebenso lust- und kunstvoll kümmert sich die sichtlich verjüngte Kompanie auch um ein zeitgemäßeres Repertoire, das inzwischen von einer kompletten Balanchine-Retro über einen Abend mit Neumeier-Kreationen bis hin zu einem programmatischen Forsythe-Programm reicht.
Apropos Balanchine: Klar, dass das Mariinsky-Theater seine Baden-Baden-Gala nicht eben unironisch mit «Le fils prodigue» eröffnet. Schließlich ist Georgi Melitonovich Balanchivadze so ...
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Alicia Markova was one of the greatest ballerinas of the twentieth century and her career is already perceived as one of the most significant in the history of dance. She was the last living link to Serge Diaghilev and her passing marks the end of an era. Born Lilian Alicia Marks on 1st December 1910 she was a child star at the age of 10 and joined Diaghilev‘s...
Besonders pfiffige Zuschauer brachten ihre Wachsstöpsel mit. Sie hatten in der Presse von «ohrenbetäubendem Gitarrengewitter» gelesen. Die ersten flohen aus dem Toboggan nach fünfzehn Minuten. Dabei war es gar nicht so schlimm. Drei E-Gitarren lagen friedlich vorn am Bühnenrand, was bei Maguy Marin keine Überraschung ist. Von rechts nach links lief ein weißer...
Rückgang der Besucherzahlen, Konkurrenz und knapper werdende Finanzen zwingen auch Ballettkompanien, sich mit dem Thema «Marketing» zu befassen. Was in amerikanischen Theatern seit je gang und gäbe ist, stößt in Europa noch immer auf Misstrauen: Gelten in der Kultur nicht andere Werte als die ökonomischen? Führt Marktorientierung nicht zum Abbau künstlerischer...
