Wer träumt von wem?
Rückgang der Besucherzahlen, Konkurrenz und knapper werdende Finanzen zwingen auch Ballettkompanien, sich mit dem Thema «Marketing» zu befassen. Was in amerikanischen Theatern seit je gang und gäbe ist, stößt in Europa noch immer auf Misstrauen: Gelten in der Kultur nicht andere Werte als die ökonomischen? Führt Marktorientierung nicht zum Abbau künstlerischer Ansprüche? Werden meritorische Güter reduziert auf zu vermarktende Kulturprodukte?
Die Antwort ist nein. Ein Ballett muss nicht zum Multimediaspektakelevent werden. Denn auch sonst wird ein Programm beworben.
Werbung und Reklame, Data-Base-Marketing und eine effektive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bleiben so unerlässlich wie bisher. Denn es wird nicht die künstlerische Arbeit verändert. Veränderbar ist allein die Einstellung von einer «beamteten» Organisationszentrierung hin zur Besucherorientierung. Weil man in einer Stadt wie Berlin an einem Abend zwischen mehreren hundert Veranstaltungen auswählen kann, ist es unerlässlich zu fragen, warum der Besucher sich ausgerechnet für die Ballettvorstellung X entscheiden sollte.
In vielen Fällen sind es nicht die Aufführung oder das Ensemble, sondern viel banalere Gründe, die zu ...
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