Sofia Nappi/Komoco «Pupo»
Der Körper lügt nicht? Haha, der Tanz flunkert meist ganz schön. Die italienische Choreografin Sofia Nappi, die gerade in die Riege der international sehr Gefragten im zeitgenössischen Tanz aufsteigt, rüttelt mit «Pupo» an dem Thema. Es kullert und stiebt bei ihrer siebenköpfigen Kompanie Komoco, dass es nicht leicht zu fassen ist während der Uraufführung in Köln. «Pupo» bezieht sich auch auf Pinocchio, den der Journalist Carlo Collodi 1881 in Nappis Heimatstadt Florenz erfand.
Dies zu wissen, hilft, in dem Schlenker-, Ruckel- und Schlenztanz Vierbeiner, Schlangen und viel Puppenhaftes zu erkennen: das gegenseitige Manipulieren, Tragen, Schieben mit Händen oder mittels unsichtbarer Fäden auf Distanz. Auch sich selbst formen Einzelne, aus Lust am Gestalten oder aus Unsicherheit über ihre wahre Gestalt. Die Hofesh-Shechterartigen Unisonos pustet, imaginiert, die Choreografin an, Verbeugungen, Fingerzeichen, Grinsen, Heulen, Zungerausstrecken sind geborgte Figuren der Commedia dell’Arte. Wenn alle scheinbar schweben, wirken sie wie untergegangen oder wie Himmelsgetümmel alter Kirchenfresken. Das Stück macht auf faszinierende Weise hungrig: nach Durchdringen, nach einem Kern. Wie der ...
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Tanz Februar 2024
Rubrik: Backlights, Seite 48
von Melanie Suchy
«Neues Wiener Journal», 30. Jänner 1924. Mit dem Autoren-Kürzel _r. gezeichnet, hatte er/sie offenbar nicht nur mit der Choreografin gesprochen, sondern auch eine Probe verfolgt. Der zweite Teil des vierteiligen Tanzdramas «Gewalten des Lebens» – und nur der ist vor allem durch die Einstudierung zweier ehemaliger Bodenwieser-Tänzerinnen aus Wien nebst einer...
Genau sieben Tänzer*innen im festen Engagement – und dann einen «Nussknacker» machen wollen? Eigentlich mission impossible. Aber Dessaus Ballettdirektor Stefano Giannetti kriegt erstaunlicherweise die Kurve, nicht zuletzt dank seiner um sieben Gäste verstärkten Kompanie. Also erweist sich sein «Nussknacker» am Anhaltischen Theater als robuster Vertreter des Fachs...
Seit Beginn der Spielzeit hat Francesco Nappa die Leitung des Tanztheaters in Hagen übernommen. Im ersten Tanzabend fasst er unter dem Titel «Re-Creations» drei eher abstrakte Choreografien zusammen – ein vielfältiges Programm ohne Uraufführung für die 12-köpfige Kompanie. Den Anfang macht «Rossini Cards» von Mauro Bigonzetti von 2004. Zur Musik von Gioachino...
