«Oh Magic»; Foto: C. Lessire

Simon Mayer

Ein Rebell aus Österreich, ein Mann mit vielen Talenten. Was er daraus macht, hat oft mit Heimat zu tun und mit zwiespältigen Gefühlen. Darüber spricht er mit Susanne Zellinger

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Simon Mayer stammt aus einem kleinen Ort im Innviertel, aus dem er auszog, um die Welt des zeitgenössischen Tanzes zu erobern: als Tänzer, Choreograf, Performer, Schauspieler, Musiker und Bühnenbildner.

Zurückgekehrt ist er, um sich mit Fragen zu beschäftigen, die durchaus aktuell sind und auf verschiedensten Wahlplakaten stehen könnten: «Was ist Heimat? Wem gehört die Tracht? Warum wird in der Kirche nicht getanzt? Warum wird der Volkstanz bei uns so selten mit Spiritualität verbunden?» Wenn Mayer für seine Stücke recherchiert, geht er schon mal auf Reisen, um zu beweisen, dass wir nicht die Einzigen sind, die sich beim Tanzen auf die Schenkel klopfen, oder dass Schuhplattler-Workshops auch in Chile großen Anklang finden. Er geht zu Treffen der Landjugend und der bayerischen «Goaßlschnoiza», die lange Peitschen schwingen, wobei durch eine schnelle Richtungs­änderung ein lauter Knall entsteht. Dass er die Kunst des «Goaßl­schnoizns» selbst beherrscht, beweist er in «Sons of Sissy», einer seiner erfolgreichsten Performances. Da schwingt er die Peitsche im Rhythmus – nackt. Wie sonst?

Simon Mayer, was war zuerst da: Tanz oder Musik? Ich bin mit meinen beiden Brüdern auf einem ...

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Tanz November 2017
Rubrik: Menschen, Seite 27
von Susanne Zellinger

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