Foto: Wonge Bergmann
Brügge: Jan Fabre «Belgian Rules/Belgium Rules»
Der Dicke wuchtet Bierträger herum und bedient sich reichlich selbst: hoch die Flasche, schluck, schwitz, rülps. So der Prolog zu vier vergnüglichen, atemberaubend schön bebilderten, bis zur Selbstaufgabe getanzten Stunden, wie ihn Shakespeare nicht rüpeliger hätte erdenken können. Belgien sei das Land des Comics, sagt einer der schlanken, schönen, zumeist ganz jungen 15 Performer.
Als farbensatten, aber auch nebelfahlen, mit viel Bier geduschten, gruselig-komischen Comic spult Jan Fabre seine «Belgian Rules/Belgium Rules» ab, eine derb-zarte Liebeserklärung an sein plattes Land, uraufgeführt beim Festival «ImPulsTanz» im Wiener Volkstheater.
Bier, Schokolade, Pommes mit Mayo in Papiertüten, royaler Glanz in Spielmannszügen albern uniformierter Garden, Karneval mit Funkenmariechen, katholische Bigotterie, Elysium der Künste von Bosch über Rubens bis Magritte, Jacques Brel und auch die Radrennfahrer-Legende Eddy Merckx – Stereotypen, die den Dreivölkerstaat Belgien begleiten und hier ihren Auftritt haben. Auch deshalb ist Fabres Belgientour selbst für Nichtbelgier verständlich.
Aber Fabre sitzt den lustvoll zitierten Klischees nicht auf, er kombiniert sie neu: Der dicke Hausmeister, ...
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Tanz November 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 44
von Eva-Elisabeth Fischer
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