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Spotlight: Yolanda Morales
Was für ein Thema für den zeitgenössischen Tanz: Im vierten Teil seines Romans «2666» – «Verbrechen» – beschreibt Roberto Bolaño die Leichenfunde von Ciudad Juárez, die zu einer seit Anfang der 1990er-Jahre im Norden Mexikos andauernden Mordserie gehören. Yolanda Morales’ Arbeit «2666» bezieht sich, neben dem brutalen Femizid, der in Bolaños Roman verhandelt wird, auf die Frage, wie man sowohl fiktiv als auch dokumentarisch arbeiten kann.
2019 bei «Limited Edition» im Hamburger Choreografie-Zentrum K3 auf Kampnagel uraufgeführt, war dies Morales’ erste große Arbeit. Das Setting ähnelte einem Laufsteg, auf dem die Tänzerinnen agierten. Auf zwei gegenüberliegenden Tribünen saß das Publikum und wurde zum hilflosen Zeugen der Situation, vielleicht sogar zum (Mit-) Täter. Schnell und kraftvoll bewegten sich die Tänzerinnen zu dunklen Beats über den Steg, mit automatisierten, fast roboterhaften Bewegungen.
Seit diesem eindrucksvollen Debüt beschäftigt sich die 1984 in Mexiko geborene Choreografin häufig mit Themen ihrer sozialen und kulturellen Herkunft: «Diese Themen und deren entsprechende Reflexionen», merkt sie an, «können als Folie dienen angesichts ...
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Tanz Januar 2022
Rubrik: side-step, Seite 16
von
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