Drifters
The Shed ist ein erstaunliches Konstrukt. Ein ambitioniert-innovatives Kulturzentrum mitten in den Hudson Yards von New York. Es lehnt an einem der sechs neuen gläsernen Wolkenkratzer (geplant sind 14) als Teil eines Billionen-Dollar-Entwicklungsprojekts, dem größten in der Stadt seit dem Rockefeller Center in den 1930er-Jahren. Hier, auf Manhattans Westseite, bauen fast alle berühmten Architekten der Gegenwart – Diller Scofidio + Renfro entwarfen federführend The Shed, das 2019 eröffnet wurde.
Die dahinter stehende gleichnamige Non-Profit-Organisation hat das selbst gesetzte Ziel, Kunst aller Disziplinen und für alle zu zeigen: «Wir glauben, der Zugang zu Kunst ist ein Recht und nicht ein Privileg.» Der Schuppen (eben: the shed) ist ein kinetisches Bauwerk mit einer muskulären Struktur, die die ausziehbare Außenhülle teleskopisch über das Basisgebäude gleiten lässt und so seine Fläche verändert. Der Bau verwandelt sich physisch und in Echtzeit, um sich der jeweiligen künstlerischen Idee anzupassen. Die Struktur ist offen wie der künstlerische Prozess selbst und bietet ihm einen flexiblen, funktional-zurückgenommenen Raum.
Kein Wunder also, dass hier «Fragile Future» gezeigt wird, ...
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Tanz Januar 2022
Rubrik: Bewegung, Seite 6
von Marina Dafova
István Simon, Tänzer und Kulturmanager, ehemaliger Solist am Semperoper Ballett in Dresden und am Ballett Dortmund, hat sich während des Lockdowns so seine Gedanken gemacht. Und seine Frau, Boglárka Simon-Hatala, die als Neurowissenschaftlerin über Gruppendynamiken in Tanzkompanien forscht, warf irgendwann die Frage auf, was dieser gesellschaftliche Ausnahmezustand...
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