shantala shivalingappa
Er übertrifft alles. Allein, wie sie die Bühne des «Jacob’s Pillow Dance Festival» betritt, zu sehen, wie sie augenblicklich die Aufmerksamkeit des Publikums fesselt, ist einfach unvergesslich. Es geht ein regelrechter Ruck durch die Menge. Man begreift: Es liegt etwas Besonderes in der Luft. Dieses Kraftwerk von Tänzerin, die Klarheit ihres Blicks und ihrer Bewegungen, ihre unglaubliche Präsenz, all das verwendet sie in ihrem Solo «Shiva Ganga», begleitet nur von einem Perkussionsensemble. Dieses bukolische Festival lockt Tanzliebhaber aus aller Welt.
Alle waren überrascht von dieser vollendeten Künstlerin. Binnen Minuten standen wir in Shantala Shivalingappas Bann, gerade weil von ihr weder Ego noch Allüre ausstrahlen. Die niet- und nagelfest in ihrer Kultur verhaftete Künstlerin mit ihrem profunden Verständnis der klassischen Form ist vor allem deshalb etwas Besonderes, weil sie gerade nicht prinzipientreu die Kunst nur perpetuiert, sondern fähig ist, die Formen so zu synthetisieren, dass sie über die Tradition, den Stil, die Herkunft hinausragen, indem sie zeitgenössische und klassische Idiome wie selbstverständlich verbindet.
Auch ihre Geschichte strickt an der Legende: Nach ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Hoffnungsträger, Seite 151
von Philip Szporer
Das Flüchtige nicht im Ungefähren
Auf seinem Schreibtisch im Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT) steht ein hellgrünes Köfferchen: der «Choreografische Baukasten». An dessen Entstehung war Nik Haffner im Hintergrund mit beteiligt. Die kleine Kiste suggeriert, was künstlerische Bühnenarbeiter brauchen: Handwerkszeug (tools), Pflichten (tasks) und...
«Wäre Tanz in meinem normalen Leben präsent gewesen, wäre ich vielleicht Mathematiker geworden.» Sagt Sidi Larbi Cherkaoui auf die Frage, wie er zum Tanz kam. Da war er fast erwachsen. Und entschloss sich nun, mit dem Eifer des Spätberufenen auf eine ungewisse Suche zu gehen und alles kennenzulernen, wessen er habhaft werden konnte an Tanz, Bewegung, Ritual. Was...
Brit Rodemund hat ihren grünen Rucksack schon fast wieder in der Hand, als sie sagt: «Vertrauen ist wichtig. Einen guten Choreografen zeichnet aus, ein guter Menschenkenner zu sein. Du musst Vertrauen bekommen, damit Dinge, die man für unmöglich hielt, möglich werden, damit er aus dir Sachen herauszufordern vermag und du diese Forderung zulassen und dann sehr weit...
