Saarbrücken
«Wenn unser Wohlstand auf der Welt Leid produziert, gehört dieses Leid dann uns?» Von provokantem Zynismus ist diese Frage, die antwortlos mehrfach ans Publikum gerichtet wird und in der sich das Thema von Martin Stiefermanns «Heimatfront» verdichtet. Schon die erste Szene vermittelt die Botschaft, dass wir die kriegerischen Folgen unseres Lebensstils zwischen unfairem Kaffee und Sweatshop-T-Shirt verdrängen: faul auf dem Sofa hockend, überfressen-gelangweilt und vom hyperbunten Warenangebot fast verschluckt.
Genau wie die drei Performer von MS Schrittmacher, die sich auf dem Aufblas-Sofa fläzen.
Eingebettet ist «Heimatfront» in eine durch das Doppelpass-Programm der Bundeskulturstiftung geförderte Recherche-Reihe mit Diskussionen und Performances zum Verhältnis von Krieg und Kapitalismus, «Quo Vadis, Bellum?». Höhe- und Endpunkt wird im Juni eine Premiere am Saarländischen Staatstheater sein. Trotz der Diskursverankerung wirkt der performative Zwischenstand, gesehen am Theaterdiscounter in Berlin, (noch) zu kurz gedacht und bebildert – plakativ wie der Titel, der eher unreflektiert einen Propagandabegriff aus dem Ersten Weltkrieg recycelt: Da wird eine artig zweisame ...
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