Rastlose Gasttänzer
Das Verlockendste an einem Tänzerleben ist das viele Reisen. Nur mit dem eigenen Körper ausgestattet, steht einem die Welt nahezu grenzenlos offen. Es braucht nicht viel: ein Bett, etwas zu essen und zu trinken, ein Studio, um mit Gleichgesinnten zu trainieren und zu proben. Wer auf einen so freien Tänzer wie Luigi Sardone trifft, erfährt, dass er mit gerade mal zehn Kilo Gepäck auskommt. Der Italiener will nicht, dass man ihn deshalb einen Minimalisten nennt. Er sei auch kein Nomade, obwohl er nahezu ununterbrochen in der Welt unterwegs ist. Nomade klingt ihm zu sehr nach Viehhüter.
Aber er kann seine Siebensachen mit einer Hand um den Globus tragen: «Je mehr und je länger ich reise, desto weniger brauche ich», sagt er, und dann: «Dass man nur besitzt, was man gerade braucht: Muss ich mich dafür jetzt entschuldigen?» Ob man das Wenige, zwei Hosen, ein paar- T-Shirts, zwei Jacken und ein bisschen Unterwäsche sonst nur den Allerärmsten zubilligt, ist ihm egal. «Jeder kennt es: Letztlich zieht man immer nur das an, was man sowieso am liebsten trägt. Den Rest im Kleiderschrank benutzt auch sonst kein Mensch.»
Leichtfüßig
Der Mann dieser weisen Worte kann es sich erlauben, ...
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Tanz Dezember 2019
Rubrik: Ideen, Seite 56
von Arnd Wesemann
Body Performance
Ende der 1970er-Jahre ließ Robert Longo etliche Männer auf dem Dach seines Lofts an der Manhattan Bridge in wilden Tänzen wie im Kugelhagel sterben. Die berühmte Fotosequenz «Men in the Cities» setzt auf Zitate aus amerikanischen Western, Kriegs- und Gangsterfilmen, inspiriert durch ein Filmstill aus Rainer Werner Fassbinders «Der amerikanische...
Entdeckung: Bauhaus Ballet
Die üblichen Stehaufmännchen finden sich nicht in dem Buch. Auch sind es im «Bauhaus Ballet» erst einmal ein paar Tänzerinnen, die sich in Positur stellen. Aber ihre Röcke, ganz offensichtlich vom «Triadischen Ballett» eines Oskar Schlemmer inspiriert, lassen sich auf verblüffende Weise drehen. «Twist!», «Turn!», «Twirl!», «Whirl!» heißt...
«Dance is nothing but dance», sagte William Forsythe, aufgefordert, den Begriff in seiner vollen Tragweite zu definieren. Das war 1987 bei den Dreharbeiten zum Filmporträt «Expedition Ballett». Vermutlich ist dieser lapidaren Aussage bis heute nichts hinzuzufügen. Dass sie ihm nicht nur so unterlief, bestätigt eine andere, allerdings ziemlich schnoddrige Bemerkung:...
