potente paten
In jedem größeren Ort mindestens eine kunsthistorisch bedeutsame Kirche, in jeder halbwegs traditionsbewussten Stadt ein eminentes Museum, und oft genug selbst in der kleinsten Kapelle am Wegesrand noch ein Fresko, das man gesehen haben muss: Italien ist ein Land der Kultur, eine Kulturmarke. Und trägt schwer daran. Seit über zwei Jahrzehnten ist klar, dass der Staat diese Schätze nicht erhalten und zugleich auch noch die Entwicklung zeitgenössischer Kunst finanzieren kann oder will, je nachdem, wen man fragt.
Auch der Tanz hat es schwer, selbst ehrwürdige Institutionen wie die Opern von Rom oder Florenz straucheln in eine Krise nach der anderen. Oft genug zahlt die Tanzsparte dafür am Ende die Zeche. Die freie Szene tut sich so schwer wie überall es sei denn, ihre Künstler treffen auf einen Patron, eine Patronin, die Geld locker machen aus dem Portefeuille einer Stiftung.
So verhält es sich zum Beispiel mit diesen beiden, die einander erstmals 1990 begegneten: die Designerin und Modeschöpferin Miuccia Prada und der Choreograf Virgilio Sieni. Seinerzeit waren beide aufstrebende Talente und ließen sich auf ein Projekt namens «Neoclassico» ein, in dem es darum ging, das musikalische ...
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Tanz November 2015
Rubrik: praxis, Seite 66
von Silvia Poletti
Das Pariser Lido ist rund um die Welt ein Begriff, aber wer kennt den Namen der Bluebell Girls? Seit sie nicht mehr auf große Tourneen gehen wie noch in den 1950er-Jahren, firmieren sie nicht mehr eigenständig als prominente Marke. Vielmehr sind sie heute fester Bestandteil der Weltmarke «Lido de Paris» und verschwinden diskret hinter deren Glanz. Das «célèbre...
newcomer
sergiu matiŠ
Der klassische Tanz habe seinen Körper kontaminiert und müsse deshalb ausgetrieben werden, sagt Sergiu Matiš. Obwohl sich seine solide Ausbildung auf der Bühne positiv bemerkbar macht. Im zeitgenössischen Tanz hat der gebürtige Rumäne eine neue Heimat gefunden, neugierig, wie Tanz auf Gegenwart reagiert. Nach neunjährigem Studium im heimischen...
Man stelle sich einmal vor, es hätte sie nie gegeben. «Ach, was hat Pina Bausch für den Tanz getan, wie anders sähe die Sparte heute aus», lautet ein gängiger Seufzer. Vielleicht, liebe Pina-Groupies, ja auch so: All die Tänzerdarsteller, die ihr Innerstes als «Authentisches» auf die Bühne kübeln? Wären uns erspart geblieben. Die Akteure wären durchweg jung, schön,...
