Philippe Saire
Philippe Saire ist ein wandelnder Widerspruch. Zusammen mit Gilles Jobin und Guilherme Botelho zählt er zu den bekanntesten Schweizer Choreografen. Doch wenn man ihn über seinen Weg zum Tanz befragt, erklärt er gelassen, dass er genauso gut Filmemacher hätte werden können; es sei nur einer Reihe von Begegnungen und überhaupt den Umständen zu verdanken, dass er sich dem Tanz verschrieben habe. Gleiches gilt in seinen Stücken. Mit seiner Kompanie, deren 20.
Geburtstag er gerade feiert, geht er Themen an wie Gewalt («Les Affluents», 2001), Pornografie («[ob]seen», 2003) oder das Gefühl der Bedrohung im städtischen Raum («Sang d’encre», 2005). In Wahrheit ist Saire die Gelassenheit und Freundlichkeit selbst. Man kann noch so sehr bohren und ihn noch so hartnäckig befragen, nie verliert er seine Ruhe, immer gibt er mit einem Lächeln aufschlussreiche Antworten. Auch seine Arbeitsweise ist von Widersprüchen geprägt. Seine Stücke scheinen wie auf Notenpapier gesetzt und leuchten minutiös alle Facetten einer Thematik aus; der Entstehung solcher Arbeiten müsste eigentlich ein ausgeschriebenes Skript zugrunde liegen. Doch schon seit mehreren Jahren lässt Philippe Saire seinen Tänzern und ...
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