Marijn Rademaker
Marijn Rademaker, ab heute heißt Du Rocco! «I fratelli» nennt Mauro Bigonzetti das Ballett, das am 1. Dezember in Stuttgart uraufgeführt wird, und Marijn Rademaker ist nicht irgendeiner der «Brüder».
Der blonde Ballerino aus dem holländischen Nijmegen verkörpert darin jenen Jungen, der es als Einziger in der Film-Vorlage von Luchino Visconti bis in den Titel schaffte: kein Problem für den Ersten Solisten, den Ballettintendant Reid Anderson Ende letzter Spielzeit nach seinem Armand-Debüt in Neumeiers «Kameliendame» auf offener Bühne in eine der Spitzenpositionen des Stuttgarter Balletts katapultiert hat. Vom Ungestüm seines Herzens wie überhaupt von seiner darstellerischen Sensibilität berührt, erschien ihm Rademaker plötzlich viel zu potent, um nur der Solist zu sein, zu welchem er ihn kurz zuvor promoviert hatte – und ignorierte spontan die Zwischensprosse einer Karriere, die möglicherweise mit dem Deutschen Theaterpreis ausgezeichnet wird. Nominiert ist Marijn Rademaker jedenfalls in der Kategorie «Beste darstellerische Leistung Tanz» als Interpret von Goeckes «Äffi», und dieses Spektrum von einer Klassik à la Armand bis hin zur zeitgenössischen Körperkunst eines Marco Goecke ist es, die für die Zukunft des 24-Jährigen noch einiges erwarten lässt. Schönheit allein genügt nicht. Man muss auch was zu sagen haben, und Rademaker hat eine Menge zu sagen – und kann, wie in Goeckes «Äffi», darauf auch noch pfeifen. ...
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