persönlich
Bereits seit ihrem ersten Stück, «Eve sans feuille & la cinquième côte d’Adam» (Eva ohne Feigenblatt und Adams fünfte Rippe), interessiert sich Tatiana Julien, 22, für Körperbilder, Erotik und die damit verbundenen Ängste, Mythen, Moral- und Glaubensvorstellungen. In «Eve» zog sie ihre Darstellerinnen (inklusive der eigenen Person) in schwarzem Leder eher aus als an, stellte sie an die Bühnenrückwand und ließ sie posieren, plumpsen, poltern, was das Zeug hielt. Dabei schien sie das fotografische Werk Helmut Newtons genauso fest im Blick zu haben wie die Wand als Reibungsfläche.
Danach heizte sie bei der ersten Ausgabe des Wettbewerbs «Danse élargie» im Théâtre de la Ville den Buzz um sich weiter an, indem sie ein Work in Progress präsentierte, dessen endgültige Fassung beim diesjährigen Pariser «Faits d’hiver»-Festival in Windeseile ausverkauft war: Zehn professionelle Tänzer und sechzehn Amateure bilden in «La Mort & l’Extase» ein ganz besonderes Corps de ballet. Nackt und auf allen vieren kriechen sie nacheinander auf die Bühne, fast surreal in goldenes Licht getaucht. Danach schleicht ein männliches Trio herein. Auf den Rücken der drei Tänzer ist ein ebenso entblößter ...
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Tanz Juli 2012
Rubrik: menschen, Seite 32
von Thomas Hahn
buch_________
sasha waltz
beendete ihr letztes Interview für eine Buchreihe namens «Nahaufnahme» im Sommer 2007 mit einem «ganz banalen Wunschtraum»: «Mal wieder richtig Zeit zu haben.» Das war nötig. Denn vier Jahre später erzählt sie Michaela Schlagenwerth mit großer Offenheit, in welchem Zustand sie damals tatsächlich war. Bei der Wiederaufnahme ihres Stücks...
Die jüngste Arbeit des französischen Choreografen Jérôme Bel, Premiere war beim «Kunstenfestivaldesarts» in Brüssel, heißt «Disabled Theater». Der Name beschreibt, wie immer bei Bel, akkurat bereits den Inhalt: ein Stück, gemacht von geistig Behinderten, die allesamt professionelle Performer des Theater Hora in Zürich sind. Es mag überraschen, dass ein Mann, der...
Sprichwörter aus anderen Kulturen können manchmal recht befremdlich wirken. So titelt Christian Rizzo lieber gleich auf Türkisch: «Sakinan Göze Çöp Batar».
Woran würden wir auch denken, wenn es auf Deutsch hieße: «Das Auge, das du schützen willst, wird durchbohrt werden»? Klingt wahlweise nach Altem Testament oder PKK. Dabei lautet die Botschaft: «Klammere dich...
