disabled theater

Jérôme Bels neuer Coup ist ein Porträt des Theater Hora, einer Schweizer Kompanie, die die künstlerische und kreative Entwicklung von Menschen mit geistiger Behinderung fördert.

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Die jüngste Arbeit des französischen Choreografen Jérôme Bel, Premiere war beim «Kunstenfestivaldesarts» in Brüssel, heißt «Disabled Theater». Der Name beschreibt, wie immer bei Bel, akkurat bereits den Inhalt: ein Stück, gemacht von geistig Behinderten, die allesamt professionelle Performer des Theater Hora in Zürich sind.

Es mag überraschen, dass ein Mann, der sich so akribisch mit den Mechanismen des Theaters auseinandersetzt, der mit Tänzern wie Véronique Doisneau oder Cédric Andrieux gearbeitet hat, seine Energien nun auf Behinderte richtet, die sich gar nicht erst an herkömmliche Hierarchien, an die Regeln von Ballett oder Modern Dance halten müssen. Für Bel war es zunächst auch gar nicht leicht, seine Akteure überhaupt zu verstehen. Die Kompanie verständigt sich auf Schwyzerdütsch, also musste sich der Choreograf einer Übersetzerin – der Schweizer Choreografin Simone Truong – bedienen, um zu erspüren, wie die Gruppe denkt und fühlt. Aus der Distanz aber hat Bel eine Tugend gemacht. Er wahrt Abstand und zeigt respektvoll seine Faszination für die berührende Präsenz dieser Kompanie. Er macht also genau das, was sein Werk auch sonst auszeichnet: dokumentarisches Theater.

Die ...

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Tanz Juli 2012
Rubrik: produktionen, Seite 12
von Pieter T‘Jonck

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