Patrice Bart: «Das flammende Herz»
Er hat etwas von einem Apoll. Im Ballett begleiten ihn vier Frauen, die das Programmheft nicht ganz grundlos als seine Musen bezeichnet. Gleich einem Gott fühlt sich Percy Bysshe Shelley frei genug, seine Liebe so zu leben, dass sie sich in seinen Gedichten zur reinsten Poesie läutert. «Vielleicht hätte er», schrieb Wolfgang Koeppen über einen der bedeutendsten Repräsentanten der englischen Romantik, auch «sein Glück erjagt, wenn er wie eine Äolsharfe die schöne und mächtige Stimme des Windes in einem Traumreich geblieben wäre.
Aber Shelley», so heißt es seinem Text «Das brennende Herz» weiter, «wollte das Leben, die Herkunft des Lebens, seinen Hingang, den Tod ergründen.» Der steht nun am Anfang eines zweiaktigen Balletts, das unter dem Titel «Das flammende Herz» an der Berliner Lindenoper in einer Inszenierung von Patrice Bart zu sehen ist.
Es ist der eigene Tod. Folglich erscheinen hinter einem durchsichtigen Vorhang schattenhaft all die Schönen, die seinen Lebensweg rekapitulieren: Als eine einzige Abfolge von Amouren, die den Zuschauer kaum einmal ahnen lassen, was den Dichter bewegt. Vladimir Malakhov hat jede Menge Ballettschritte zu bewältigen, aufopfernd, mit verzweifelter ...
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