no education!

Kinder und Jugendliche können sich kaum noch retten vor lauter Mitmachtheater. Das was bei ihnen bewirken soll? Marietta Piekenbrock von der «Ruhrtriennale» hat darüber sehr eigene Ansichten entwickelt

Tanz - Logo

Marietta Piekenbrock, Sie laden dezidiert Künstler ein, nicht Kunstpädagogen, um mit ihnen die Kinder zu erobern?
Ja. Staunende Ignoranten und Konfrontationsfreudige, die bereit sind, mit den Kindern Erfahrungsräume zu betreten, die auch sie noch nicht kennen. Projekte, die nur erziehen, fördern oder vermitteln wollen, haben eins gemeinsam: Die Hauptquelle liegt außerhalb des kindlichen Universums. Der Vermittler hat einen Schlüssel zu einem Verständnis, den das Kind nicht hat.

Tauscht man dieses große Gesellschaftsprojekt der ästhetischen Erziehung aus gegen die Idee von Arealen für ästhetische Erfahrungen, öffnen sich sofort andere Perspektiven. Von Erziehungsprojekten werden ja häufig Transferleistungen erwartet: mehr Sozialkompetenz, Ichkompetenz, Sachkompetenz etc. Die Idee von einem noch leistungsfähigeren, noch glücklicheren Menschen. Viele Projekte sind also mehr für die Gesellschaft als für Kinder und Jugendliche konzipiert.

Welche Kinder sprechen Sie an?
Es sind nicht immer die Bücherbesitzerkinder, die durch Eigensinn und Kreativität auffallen. In dem Moment, in dem Neugierde, Offenheit und damit ein ausgeprägtes Explorationsverhalten zu wichtigen Fähigkeiten werden, ist ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2011
Rubrik: ideen, Seite 66
von Melanie Suchy

Weitere Beiträge
highlights

bochum: william forsythe
Vielleicht dieses oder doch etwas anderes – wer die Wahl hat, hat nicht die Qual, sondern die Lust, Kompetenzen zu erwerben, um sich als Tänzer zu entscheiden. Für diese Bewegung oder jene. Die unstillbare Lust, mit der William Forsythe an der Erweiterung der Potenziale des Tanzes arbeitet, eröffnet seinen Tänzern ungewohnte Freiheiten. Auch...

seniors rocking

Weiße Kleinbusse brachten sie an den Rand dieser Wiese nahe der Lagune in der San Francisco Bay Area. Langsam bewegen sich Damen und Herren zwischen 65 und 100 Jahren auf die in Reihen stehenden Schaukelstühle zu. Sie nehmen Platz und der Tanz beginnt. Sie öffnen Arme und Brust, beugen sich nach vorn, klatschen, flattern mit den Händen. Synchron, zum Beat der...

persönlich

newcomer: gözde özgür
Der märchenhafte Weg zum Star: Man ist jung und unbekannt und tanzt in den hinteren Reihen – und das Schicksal will es, dass man eines Tages vom Ballettdirektor oder von einem berühmten Choreografen an den Solisten des Ensembles vorbei für eine der großen Rollen des Repertoires besetzt wird. So passierte es Gözde Özgür. Für die Wiederaufnahme...