Newcomer, Personalien, Short Cuts
Newcomer: Osiel Gouneo
In seinem Repertoire findet sich nur ein «Mohr», nämlich der in «Petruschka». Ein farbiger Prinz, ein farbiger Romeo? Der Mann hat all das drauf, was ihn zum Danseur noble wie auch zum Charakterdarsteller empfiehlt. In München war seine braune Haut bisher nicht einmal eine Randnotiz wert.
Auch nicht angesichts der Paradoxie, dass in der Ballszene von Crankos «Romeo und Julia» ein paar im Gesicht schwarz bepinselte Tänzer die «Mohren» im rückwärtigen Säulengang mimen mussten, während Osiel Gouneo sein Debüt in der Titelrolle gab.
Sein allzeit entspanntes Auftreten hat sicherlich etwas mit seinem Selbstverständnis zu tun, sich nicht für etwas Besonderes zu halten. Ausgebildet wurde der 1990 in Kuba Geborene in der Schule des Kubanischen Nationalballetts, anschließend ging er zum Norwegischen Nationalballett und wurde bereits nach drei Jahren zum Ersten Solisten befördert. Igor Zelensky, seit Anfang der Spielzeit neuer Chef des Bayerischen Staatsballetts und hart daran arbeitend, seine Kompanie mit einer ansehnlichen Riege (selbst gezogener) Stars zu schmücken, hat Gouneo nach München geholt, weil er das Besondere in ihm erkannte. Gouneo selbst bildet sich noch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2017
Rubrik: Menschen, Seite 28
von Eva-Elisabeth Fischer
Weich fließen die Wellenbewegungen durch die Körper; tief tauchen die Tänzer in eine Vorbeuge, wiegen sich geschmeidig im weiten Ausfallschritt. Dann wieder arretieren die Bewegungen der in apartes Schwarz gekleideten Schar. Hart geht der Ruck durch die Gelenke, wenn die Darsteller mit zur Faust geschlossenen Händen am Gasdrehgriff eines Motorrads zu reißen...
Helena Waldmann weist mit dem Titel ihrer neuen Tanztheaterzirkuskreation «Gute Pässe Schlechte Pässe» auf die lebens- und bewegungsfreiheitsentscheidende Tatsache der Staatsangehörigkeit hin. Diese wird durch den Staat attestiert und per Pass dokumentiert, also von einer unsichtbaren Autorität. Auch in Waldmanns Theater regiert eine unsichtbare Macht. Sie stellt...
Sie unterrichten in Darmstadt Yoga und Contact Improvisation, kurz CI. Wie kam es dazu? Ich habe als Kind Ballett gemacht, irgendwann aufgehört und mit «authentic movement» begonnen, was eine eher spirituelle Bewegungsarbeit ist. Dann habe ich auf einem Festival in Göttingen CI kennengelernt und fühlte mich sofort darin wohl. Freiheit im Tanz – das wollte ich...
