Netflix für Steuerrecht

Der Tanznachwuchs weiß alles über Ästhetik und wenig über den Arbeitsalltag. Das Webangebot «Emerging Dance Artists» will das ändern

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Die Tanzausbildung ist weltweit auf hohem Niveau. Man lernt, was ein Épaulement ist und was ein Soubresaut, man lernt, Stand- und Spielbein miteinander in Beziehung zu setzen, und man lernt, in welchen ästhetischen Traditionen man sich hier bewegt und welche Inhalte sich dabei vermitteln. Was man nicht lernt: Steuerrecht. Altersvorsorge. Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer*in. «Die jungen Tänzer*innen wollen lieber tanzen als sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen», meint Dany Beyer über den Nachwuchs.

Wobei die Koordinatorin des Qualifizierungsprogramms beim Dachverband Tanz sich schon darüber im Klaren ist, dass arbeitsrechtliche Fragen gegenüber dem Glamour, der Schönheit und der Sexyness der Kunst deutlich weniger reizvoll sind. Was nicht heißen soll, dass hier eine grundsätzlich desinteressierte Generation heranwachse, nur: «Das individuelle Interesse an (Weiter-)Bildung entsteht in der Regel erst durch mehrmalige Berührung mit dem Thema im Lebensalltag und dem Erkennen der Relevanz für das eigene Leben.» Und diese Relevanz erkennt man in der Ausbildung oft noch nicht.

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Tanz April 2024
Rubrik: Praxis, Seite 60
von Falk Schreiber

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