Netflix für Steuerrecht
Die Tanzausbildung ist weltweit auf hohem Niveau. Man lernt, was ein Épaulement ist und was ein Soubresaut, man lernt, Stand- und Spielbein miteinander in Beziehung zu setzen, und man lernt, in welchen ästhetischen Traditionen man sich hier bewegt und welche Inhalte sich dabei vermitteln. Was man nicht lernt: Steuerrecht. Altersvorsorge. Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer*in. «Die jungen Tänzer*innen wollen lieber tanzen als sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen», meint Dany Beyer über den Nachwuchs.
Wobei die Koordinatorin des Qualifizierungsprogramms beim Dachverband Tanz sich schon darüber im Klaren ist, dass arbeitsrechtliche Fragen gegenüber dem Glamour, der Schönheit und der Sexyness der Kunst deutlich weniger reizvoll sind. Was nicht heißen soll, dass hier eine grundsätzlich desinteressierte Generation heranwachse, nur: «Das individuelle Interesse an (Weiter-)Bildung entsteht in der Regel erst durch mehrmalige Berührung mit dem Thema im Lebensalltag und dem Erkennen der Relevanz für das eigene Leben.» Und diese Relevanz erkennt man in der Ausbildung oft noch nicht.
Schwimmen lernen
Hilft nur nichts. Spätestens mit dem Abschluss werden die hoffnungsfrohen ...
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Tanz April 2024
Rubrik: Praxis, Seite 60
von Falk Schreiber
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As Smooth as silk! Mit dem kostbaren Gewebe einher gehen hohe Erwartungen, Neugier und Vorfreude auf den neuen Tanzabend des Dance Theatre Heidelberg, der im Pressetext insbesondere die Fusion von Tanz und Mode verspricht. Inspiriert von Textur und Eleganz von Seide, muss die bewährte künstlerische Kollaboration zwischen Ballettchef Iván Pérez und dem spanischen...
Vor dem Fenster streckt sich ein riesiger Baum, der Thomas Mikas zartgrau gehaltenem Bühnenraum Leben einhaucht – und zugleich wie eine Reminiszenz wirkt, eine Verbeugung vor den großen Regisseuren, die das Kino der 1940er-, 1950er-Jahre zum Blühen brachten. Männer (ja, es waren ausnahmslos Männer) wie Douglas Sirk, wie Elia Kazan, der 1951 Tennessee Williams’...
