Hartmannmueller «Deeptalk–das Leben des Hartmannmueller»
Im ersten Moment fühlt man sich wie in einer Talkshow. Mit übergeschlagenen Beinen sitzen Simon Hartmann und Daniel Ernesto Mueller einander zugewandt auf der Bühne des Mülheimer Ringlokschuppen. «Wie fühlst du dich?», möchte der eine vom anderen wissen. Abwechselnd erzählen sich die beiden Hartmannmuellers aus ihrem Leben. Ein Seelenstriptease, nichts ist, wie es war: Begriffe wie «schrill», «schräg», «laut» oder «bunt» treffen auf die neue Produktion nicht zu.
Üblicherweise angesiedelt zwischen Illusionstheater und Horrortrip, haben sich die beiden Performancekünstler diesmal in ihrer Biografie eingerichtet. Im Hintergrund hängt ein kreisrunder Vorhang, weiß, wie alles an diesem Abend. Die Farbe der Wahrheit, des Friedens und der Ruhe ist Programm. Die Stoffbahn ist ihr wichtigstes Requisit: Bettdecke, Beichtstuhl, Nabelschnur – beeindruckende Bilder lassen sich damit zaubern.
Es beginnt im Kreißsaal. Hartmann war als Jüngstes von sechs Kindern eine schwere Geburt. Am Fuß habe man ihn herausgezogen, quasi im Spagat, die Mutter war vor weiterem Nachwuchs gewarnt. Auch Mueller war kein Wunschkind, als «größten Fehler meines Lebens» bezeichnete seine Mutter die frühe ...
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Tanz April 2024
Rubrik: Kalender, Seite 34
von Bettina Trouwborst
CD des Monats
DANCE!
«Jeder Mensch ist ein Tänzer», das hat schon vor Jahrzehnten Rudolf von Laban behauptet. Und auch Daniel Hope ist der Überzeugung, «dass jeder Mensch tanzen kann». Eine der beiden CDs aufgelegt, und jede(r) merkt, dass sie oder er «die Bewegung zur Musik in sich trägt». Mit «Dance!» führt der Geiger und Dirigent spielend den Beweis, dass das...
«Solitude», Alexei Ratmanskys jüngste Premiere am New York City Ballet, ist eine anrührende, innovative und dezente Schilderung von gemeinschaftlicher Trauer, gewidmet «den Kindern der Ukraine, den Kriegsopfern». Doch die Story handelt eher von Eltern, die ihre Kinder verloren haben – und von der Hoffung, die mit der Trauer einhergeht. Das Stück verwandelt...
Winterthur
CIE. LA RONDE «4X ROUSSEAU»
Vier Choreografinnen und Choreografen suchen ein Stück. Was vor zwei Jahren mit Arthur Schnitzlers «Reigen» und der Adaption «8» vielversprechend begann, ist nun mit «4 x Rousseau» noch besser geworden – dank vier choreografischer Handschriften, allesamt vom Werk Jean-Jacques Rousseaus (1712 – 1778) inspiriert. Luca Signoretti...
