nach kuba: carlos acosta
wollte Gutes tun – und hat sich eine Menge Ärger eingehandelt. Der gebürtige Kubaner, regelmäßiger Gaststar beim Royal Ballet in London, denkt so langsam ans Aufhören und deswegen über eine neue Lebensaufgabe nach. In Havanna ist er fündig geworden. Dort modert seit fast 50 Jahren ein Campus vor sich hin, auf dem Fidel Castro einst alle nationalen Kunsthochschulen versammeln wollte – unter revolutionär geschwungenen Dächern, versteht sich. Dann aber ging dem Maximo Líder das Geld aus, weshalb die architektonisch ambitionierte Tanzakademie Ruine blieb.
Auftritt Carlos Acosta, der eine Stiftung gegründet und Geld gesammelt hat, um den Bau zu Ende zu bringen und seiner ursprünglichen Bestimmung zu übergeben. Unterstützt wird er dabei vom Renommier-Architekten Sir Norman Foster, was wiederum jenen italienischen Kollegen auf den Plan rief, der 1961 für den Generalentwurf verantwortlich zeichnete und sich nunmehr ausgebootet sieht: Vittorio Garatti unterstellt dem Tänzer, dieser wolle sich kubanischen Nationalbesitz «aneignen», um ihn zu «privatisieren».
Tatsächlich beabsichtigt Acosta substantielle Änderungen, etwa ein Theater einzupassen, wo keines vorgesehen war, und Unterrichtsräume ...
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Tanz Januar 2013
Rubrik: menschen, Seite 29
von Dorion Weickmann
Am Ende hat man das Gefühl, stundenlang traurige Musik gehört zu haben – ein Stück nach dem anderen, Klassisches und Famous Songs. Bei langen Szenen-Abfolgen überlagert eben das eine das andere, auch optisch. Raimund Hoghe tut nichts gegen diesen Eindruck. Überhaupt macht er keinen Druck, sondern lässt den Zuschauer einfach in Ruhe. Dieser erprobten Regel gehorchen...
In der Tanzgeschichte gibt es eine Zeitrechnung vor und nach dem 29. Mai 1913. Die Uraufführung von «Le sacre du printemps», getanzt von Serge Diaghilews Ballets Russes in der Choreografie von Waslaw Nijinski, katapultierte die Tanz- und Musikwelt endgültig in die Moderne. Igor Strawinskys peitschend-perkussive Streicher und Nijinskis in Reihen, Rauten und Kreisen...
Schüler der renommiertesten russischen Ballettakademien pilgerten kürzlich bereits zum vierten Mal ans Michailowski-Theater nach Sankt Petersburg: zum zweitägigen «Grand Prix», einem Wettbewerb, der trotz seines vollmundigen Namens von überschaubarer Größe ist und keineswegs die russische Ausgabe des Prix de Lausanne sein will. Die Vorstellungen der Teilnehmer – je...
