nach kuba: carlos acosta

wollte Gutes tun – und hat sich eine Menge Ärger eingehandelt. Der gebürtige Kubaner, regelmäßiger Gaststar beim Royal Ballet in London, denkt so langsam ans Aufhören und deswegen über eine neue Lebensaufgabe nach. In Havanna ist er fündig geworden. Dort modert seit fast 50 Jahren ein Campus vor sich hin, auf dem Fidel Castro einst alle nationalen Kunsthochschulen versammeln wollte – unter revolutionär geschwungenen Dächern, versteht sich. Dann aber ging dem Maximo Líder das Geld aus, weshalb die architektonisch ambitionierte Tanzakademie Ruine blieb.

Auftritt Carlos Acosta, der eine Stiftung gegründet und Geld gesammelt hat, um den Bau zu Ende zu bringen und seiner ursprünglichen Bestimmung zu übergeben. Unterstützt wird er dabei vom Renommier-Architekten Sir Norman Foster, was wiederum jenen italienischen Kollegen auf den Plan rief, der 1961 für den Generalentwurf verantwortlich zeichnete und sich nunmehr ausgebootet sieht: Vittorio Garatti unterstellt dem Tänzer, dieser wolle sich kubanischen Nationalbesitz «aneignen», um ihn zu «privatisieren».

Tatsächlich beabsichtigt Acosta substantielle Änderungen, etwa ein Theater einzupassen, wo keines vorgesehen war, und Unterrichtsräume ...

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Tanz Januar 2013
Rubrik: menschen, Seite 29
von Dorion Weickmann

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