mont-de-marsan on tour

maría pagés «yo, carmen»

Tanz - Logo

Die Person der Carmen und damit auch die literarische Vorlage von Prosper Mérimée haben eine Vielzahl von Künstlern verschiedenster Sparten inspiriert, von Malern, Schriftstellern und Modeschöpfern bis hin zu Choreografen und Filmregisseuren. Fast bei allen geht es um die verführerische und unbezähmbare Figur der Gitana, die am Ende sterben muss, eben weil sie sich nicht fügen will.

Nicht so bei María Pagés. Der Text von Merimée ist nur mehr ein Zitat, die Handlung spielt im Hier und Jetzt, und die Erotik wird durch Ironie ersetzt.

Ein feministischer Blick auf die leidenschaftliche Kunstfigur? Wahrscheinlich, aber kein bitterer, eher ein weiser. Das gesprochene Wort steht am Beginn, rezitiert von verschiedenen Schriftstellerinnen wie Akiko Yosano, Margaret Atwood und Marguerite Yourcenar aus dem Off, getanzt von den hervorragenden jungen Tänzerinnen der Kompanie. Die beiden männlichen Tänzer sind, obwohl sehr gut, eigentlich Randfiguren, die nur für einen kurzen Moment glänzen können.

Die Musiker bleiben fast bis zum Ende hinter einem Gazevorhang versteckt, denn im Mittelpunkt des Geschehens steht die Frau – mit all ihren Facetten und den Rollen, die sie erfüllt. María Pagés ist ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 44
von Susanne Zellinger

Weitere Beiträge
dresden

Allein schon das Bühnenbild kann sich sehen lassen. Eno Henze, ein Berliner Künstler, hat es entworfen. Wuchtig in seiner Wirkung und zugleich beweglich, gibt es der Alt-Saga «Tristan + Isolde» auf abstrakte, aber wandelbare Weise Raum. Von Bert Dalhuysen ingeniös beleuchtet, scheint alles in der Schwebe, besitzt aber Atmosphäre genug, die Schauplätze aufs...

stuttgart

In der «Geschichte vom Soldaten» lässt der Teufel die Flammen züngeln, und im «Feuervogel» entfacht Sidi Larbi Cherkaoui anschließend einen solchen Bühnenzauber, dass man fast um das Theater fürchtet. Ein Regenguss wäre da mehr als willkommen. Den hat es allerdings schon im Anfangsbeitrag von Marco Goecke gegeben, der nicht nur aus Qualitätsgründen an das Ende...

die lehrerin

Sie leiten die Workshops an der Tanzfabrik Berlin, auch die Sommer-Workshops. Sie öffnen dieses Programm seit einiger Zeit für Menschen mit Beeinträchtigungen. Ich habe meine Tanzausbildung in England absolviert und dort als Profitänzerin sehr bereichernde Erfahrungen mit inklusiven Workshops und Produktionen gemacht. Großbritannien ist da schon viel weiter als...