menschen
santasangre...
...ist Vertreter einer kleinen experimentellen Tanzszene in Italien, als wäre es selbst-verständlich, dass überhaupt eine existiert. Das Kollektiv fand sich in der nicht minder kleinen Performanceszene zusammen und erschließt sich von dort aus nun ein choreografisches Umfeld, indem der Körper des Performers unablässliche Beziehungen eingeht mit Raum, Licht, Video und der selten genutzten Holografie. Was sie damit treiben, nennen sie «Studi per un teatro apocalittico», Studie für ein apokalyptisches Theater.
Sprache wird zu einem rein akustischen Element, der Tänzer erscheint durch die holografischen Illusionen als sein kaltes, unberührbares Alter Ego. Im soeben vollendeten dritten Teil ihrer apokalyptischen Trilogie, «Seigradi», ist die Sprache ganz verschwunden. Alles konzentriert sich auf den Körper. Die Bewegungen der Tänzer ähneln denen natürlicher Organismen, wie Pflanzen, die von Wind und Regen bewegt werden. Während sich zu schneidenden Tönen die Linie des Körpers verbiegt, bleiben die Füße stets fest mit dem Boden verwurzelt. Gesichtslose tanzen da, ihre Haut ist bedeckt nur von einer dünnen Lehmschicht, auf die Videos und Hologramme projiziert werden. ...
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Tanz Januar 2012
Rubrik: persönlich, Seite 30
von Sergio Lo Gatto,Hartmut Regitz,Melanie Suchy,Tom Schilling,Dorion Weickmann
Dieser Mann ist ganz in Weiß gekleidet, mit schwarzer Farbe bekleckert und tanzt in einer schwarz bespritzten white box. Rachid Ouramdane heißt er, Tänzer, Choreograf und Model für das «Performance Painting #2» des bildenden Künstlers Nicolas Floc’h. Am Anfang steht noch ein makelloser Ouramdane im schneeweißen Raum. Dann tropft schwarze Farbe von der Decke auf...
Wer eine märchenhaft idyllische Umsetzung der Vorlage Hans Christian Andersens erwartet, kommt gar nicht auf seine Kosten. Kein Weihnachts-Schneekitsch mit himmelstürmendem Finale wie in anderen Choreografien, sondern eine handfeste, bisweilen erschreckende Story um die Macht der Verführung. Sie beginnt mit einer Entführung: Gerdas Mutter wird von schwarz...
Was für eine Story: Der Vorortmacker, Karussellausrufer und Damenschwarm Liliom reißt einen «Dienstmädchenkäfer» auf und verdirbt es sich prompt mit seiner Chefin und Bettgefährtin, der schönen Frau Muskat. Klar, dass er auf der Straße landet – fortan hat er aber auch noch dieses Mädel am Hals, auf dessen unbeholfene Zuneigung er keine Antwort findet. Bald ist...
