menschen
santasangre...
...ist Vertreter einer kleinen experimentellen Tanzszene in Italien, als wäre es selbst-verständlich, dass überhaupt eine existiert. Das Kollektiv fand sich in der nicht minder kleinen Performanceszene zusammen und erschließt sich von dort aus nun ein choreografisches Umfeld, indem der Körper des Performers unablässliche Beziehungen eingeht mit Raum, Licht, Video und der selten genutzten Holografie. Was sie damit treiben, nennen sie «Studi per un teatro apocalittico», Studie für ein apokalyptisches Theater.
Sprache wird zu einem rein akustischen Element, der Tänzer erscheint durch die holografischen Illusionen als sein kaltes, unberührbares Alter Ego. Im soeben vollendeten dritten Teil ihrer apokalyptischen Trilogie, «Seigradi», ist die Sprache ganz verschwunden. Alles konzentriert sich auf den Körper. Die Bewegungen der Tänzer ähneln denen natürlicher Organismen, wie Pflanzen, die von Wind und Regen bewegt werden. Während sich zu schneidenden Tönen die Linie des Körpers verbiegt, bleiben die Füße stets fest mit dem Boden verwurzelt. Gesichtslose tanzen da, ihre Haut ist bedeckt nur von einer dünnen Lehmschicht, auf die Videos und Hologramme projiziert werden. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2012
Rubrik: persönlich, Seite 30
von Sergio Lo Gatto,Hartmut Regitz,Melanie Suchy,Tom Schilling,Dorion Weickmann
Augsburg: Mauro de Candia «Cinderella»
Monte-Carlo: Jean-Christophe Maillot «Lac»
Gelsenkirchen: Bridget Breiner «Großstadt-Trilogie»
Der Hut macht den Unterschied. Dieser Hut. Aber zuerst zieht sich Raphaëlle Delaunay in ihrem Stück «Eikon» die Trainingsjacke mit den drei Streifen über das weiße kreolische Spitzenkleid. Damit zelebriert sie noch keinen Michael Jackson. Aber sobald die ehemalige Solistin des Pariser Opernballetts diesen schwarzen Hut aufsetzt, den rechten Ellenbogen nach vorn...
Am Ende dieses Dreierprogramms kullert die leichte Muse herbei: Die Wiesbadener Tänzer geben sich in Kleidern und Kniebundhosen und mit staubenden Perücken der Musik Wolfgang Amadeus Mozarts hin, in «Sechs Tänze», Jiří Kyliáns Evergreen von 1986.
Hurtiges Tempo bei kleinstteiliger Präzision kennt man auch von Stephan Thoss. Als nehme er sich die Partygesellschaft...
