mind is as in motion
Die magische Kraft des Tanzes, die Grundlagen seiner transformierenden Kraft in Worte zu fassen, das ist schwierig; noch schwieriger ist es, sie Politikern zu erklären. Unsere Kultur neigt dazu, nur Greif- und Messbares wertzuschätzen. Im Tanz aber geht es um das Ephemere, um Andeutung, um das Dazwischen.
Dabei leisten Tänzer in den verschiedenen Bereichen unserer Gesellschaft einen Beitrag nicht nur als Performer, sondern als Hüter eines dem Körper innewohnenden Wissens, gleichsam als die Händler des bewegten Denkens, die, anstatt uns Konsumgüter zu liefern, Erfahrungen möglich machen. In der Entwicklungsgeschichte des Menschen haben unsere immer weiter verfeinerten, immer analytischeren Gehirne das Kommando übernommen. Anstatt unsere entwickelte Intelligenz nach innen zu richten, um ein besseres Verständnis von unserer körperlichen Existenz zu gewinnen, oder sie nach außen zu richten, um unsere symbiotische Beziehung mit unserer Umwelt zu verstehen, scheint uns unsere Intelligenz paradoxerweise auf ein Dasein jenseits des Körpers hinzuführen, das eines denkenden Gehirns nur noch zum Entwickeln und Bedienen von Technik bedarf. Allmählich hat uns unsere rationale, technische ...
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Tanz Januar 2012
Rubrik: praxis, Seite 67
von
Was sie lehrte und wofür sie brannte, verkörperte Gill Clarke mit Grazie. Die Intelligenz des Körpers zu enthüllen, ihn durchlässig und «sehbar» zu machen, war ihre Mission. Sie nannte ihre Forschungsreise «Mind in Motion» oder «Minding Motion». Ihr Unterricht blühte in einem Klima von Offenheit und Bereitschaft, das Selbst wie ein Instrument zu stimmen. Dieser...
«Hell is empty!», faucht es aus der Ecke. «And all the devils are here.» In dieser kalkweißen Bühnenwelt geht das Böse um. Nur: Wer oder was ist es? Die weiß maskierten Herren mit den Pappschwertern? Eric Beauchesne, der Mann mit dem Fünftagebart, der zu Beginn geduldig am Bühnenrand Pappschiffchen faltet? Oder Sandra Marin Garcia als Luftgeist Ariel, dessen...
Wer immer sich mit dem Werk Mary Wigmans auseinandersetzen wollte, kam an dieser Kölner Kontaktstelle nicht vorbei: Die Mary Wigman-Gesellschaft hütete das Erbe der wegweisenden Tanzpionierin 25 Jahre lang, regte wissenschaftliche Forschung und übergreifende Fragestellungen an und setzte mit ihren Tagungen, Ausstellungen und der Zeitschrift «tanzdrama» (1987– 2002)...
