Maurice Béjart

Kurz vor seinem Achtzigsten lässt der Großmeister sein Leben zum wievielten Mal Revue passieren. Diesmal in «La Vie du danseur ‹racontée par Zig et Puce›»

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Maurice Béjart kann vom Ballett nicht lassen

Wie in «Gaîté Parisienne», eins seiner erfolgreichsten Stücke, konzentriert er die ganze Kunst auf die Barre in der Bühnenmitte: Fixpunkt eines Tanzes, der ohne Technik, ohne Beherrschung des Körpers nie die Freiheit hätte, Béjarts Vorstellungen folgen zu lassen.

Wie in vielen anderen Stücken fungiert Gil Roman, Directeur-adjoint des Béjart Ballet Lausanne seit 1993, als Alter Ego des Choreografen: an seiner statt unterwirft er sich dem rigiden Reglement der Danse d'école, buchstabiert das Alphabet des Balletts und steht an der Stange wie tausend andere Tänzer auch. Béjart wäre nicht Béjart, begänne er nicht zu träumen. Während Schweiß in Strömen fließt, erinnert er sich wieder mal an seine eigene Geschichte. Dem Kokon seiner Kindheit entschlüpfen Zig und Puce, zwei Fantasiefiguren aus der Frühzeit des Comics, die ihn ein Tänzerleben lang begleitet haben. «Wenn man in meinem Alter seine Vergangenheit wiederfinden will», sagt Béjart, «muss man seine Kinderseele neu entdecken».

«La Vie du danseur» nennt Maurice Béjart sein opus novum, das ursprünglich «Amor 4 vingt» hätte heißen sollen, und fügt als Untertitel hinzu: «racontée par Zig et ...

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Tanz Dezember 2006
Rubrik: Premiere, Seite 26
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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