Maria Campos / Guy Nader
Auf dem abgegrasten Feld der Stile, auf dem viele Choreografen zurückkehren zu Bewährtem, fallen die Erfinderischen auf. Und das libanesisch-spanische Choreografenpaar Guy Nader und Maria Campos, das in Barcelona ein eigenes Ensemble leitet (darin auch selbst tanzt), hat mittlerweile nicht nur dort ganz eigene, eigenartige choreografische Pflänzchen aufgezogen – in dieser Saison zum Beispiel auch wieder am Mainzer Staatstheater. Tänzerinnen und Tänzer müssen sich bei Nader/Campos Herausforderungen weit jenseits des Bewegungsrepertoires des klassischen oder auch modernen Tanzes stellen.
Turnerisches ist dabei, geradezu Artistisches, das Spiel mit der Schwerkraft wird auf die Spitze getrieben, und Tänzerkollegen müssen diejenigen sichern, tragen, auffangen, die jeweils zu Höhenflügen und Balanceakten starten.
Stücke der beiden Choreografen haben einerseits die erfrischende Sachlichkeit von «dancers at work», erzählen andererseits durchaus etwas über menschliche Gemeinschaften. Erzählen von Vertrauen unter anderem, denn oftmals nimmt einer Anlauf und springt gleichsam blindlings los, lässt sich kippen, ins Nichts stürzen. Rechtzeitig müssen dann Kollegenhände da sein. Kein Solist ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 167
von Silvia Staude
Es ist die vorerst letzte Choreografie, die Lin Hwai-min für sein Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan, 1973 in Taipeh begründet, geschaffen hat: keine Bilanz seiner bisherigen Arbeit, sondern eher ein Abbild seiner Heimat, symbolkräftig überhöht und zugleich doch so bodenständig wie der vorgestellte Tanz. Durch Erfahrungen mit Ballett, Martial Arts und Meditation...
1. Aufführung des Jahres / Production of the Year
2. Choreograf/in des Jahres / Choreographer of the Year
3. Tänzerin des Jahres / Female Dancer of the Year
4. Tänzer des Jahres / Male Dancer of the Year
5. Kompanie des Jahres / Company of the Year
6. Erfreulich war ... / Positive development
7. Ärgerlich war ... / Negative development
Ora Brafman, Tel Aviv, Jerusale...
Ihre Performances gehen auf direktem Weg ans Eingemachte. Inzwischen lässt Oona Doherty die viszerale Intensität, die sie als Performerin auszeichnet, auch in eigene Choreografien einfließen: glühende, aufrichtige Porträts männlicher und weiblicher Identitäten, geformt unter dem Schmiedehammer der Gesellschaft. Ihr Stück «Hope Hunt» brachte den choreografischen...
