Maria Campos / Guy Nader
Auf dem abgegrasten Feld der Stile, auf dem viele Choreografen zurückkehren zu Bewährtem, fallen die Erfinderischen auf. Und das libanesisch-spanische Choreografenpaar Guy Nader und Maria Campos, das in Barcelona ein eigenes Ensemble leitet (darin auch selbst tanzt), hat mittlerweile nicht nur dort ganz eigene, eigenartige choreografische Pflänzchen aufgezogen – in dieser Saison zum Beispiel auch wieder am Mainzer Staatstheater. Tänzerinnen und Tänzer müssen sich bei Nader/Campos Herausforderungen weit jenseits des Bewegungsrepertoires des klassischen oder auch modernen Tanzes stellen.
Turnerisches ist dabei, geradezu Artistisches, das Spiel mit der Schwerkraft wird auf die Spitze getrieben, und Tänzerkollegen müssen diejenigen sichern, tragen, auffangen, die jeweils zu Höhenflügen und Balanceakten starten.
Stücke der beiden Choreografen haben einerseits die erfrischende Sachlichkeit von «dancers at work», erzählen andererseits durchaus etwas über menschliche Gemeinschaften. Erzählen von Vertrauen unter anderem, denn oftmals nimmt einer Anlauf und springt gleichsam blindlings los, lässt sich kippen, ins Nichts stürzen. Rechtzeitig müssen dann Kollegenhände da sein. Kein Solist ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 167
von Silvia Staude
Rudol’f Chametovič Nuriev, so lautet sein Name in wissenschaftlicher Transliteration, ist ein Inbegriff der Heimatlosigkeit. Sie beginnt beim Namen. Im Tatarischen, der Sprache seiner Eltern, fand er nie Verwendung: Рудольф Мөхәммәт улы Нуриев oder Rudolf Xämät ulı Nuriev. Wobei noch immer ungeklärt ist, welchem Alphabet der Vorrang gebührt, dem kyrillischen oder...
Heimat ist für mich das, was mein Körper erkennen und verarbeiten kann.
Heimat ist das, was mein Körper enthält.
Heimat ist die natürliche Verbindung mit dem Unbekannten.
Heimat is what makes me clang.
Jone San Martín, Tänzerin, Dance On Ensemble, Berlin
Meine tänzerische Heimat ist Hip-Hop. Wenn ich auf eine Hip-Hop-Jam gehe, kenne ich die Codes und Verhaltensregeln. Sie bilden die erste Schicht meiner künstlerischen Identität. Jede weitere Schicht, die sich im Lauf der Jahre darübergelegt hat, musste sich mit Hip-Hop vergleichen, an ihm reiben und schließlich Kompromisse finden. Heute fühle ich mich in vielen...
