mann am klavier
«Die Rhythmische Gymnastik ist kein ‹neuer Tanz›. Aber aller Tanz beruht auf Rhythmik», war in der Gründungspublikation der Bildungsanstalt für Musik und Rhythmus 1910 zu lesen. In der rhythmischen Erziehung sah man die Rettung der Tanzkunst, nur aus ihr, hieß es, könnte der künstlerische Tanz wiedergeboren werden, denn der sei zu Technik und Akrobatik verkommen.
Wo konnte ein solch umfassendes Sanierungsprogramm des Tanzes besser funktionieren als in einer Umgebung, die nicht nur den Tanz, sondern den ganzen Menschen retten wollte?
Der Architekt Richard Riemerschmid baute 1909 die Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst und entwarf den Bebauungsplan für die Gartenstadt Hellerau bei Dresden. Sein Schwager, der Tischlermeister Karl Schmidt, hatte seine Möbelfabrik zu einem groß angelegten Reformprojekt erweitert. Der dritte im Bunde, Designaktivist Wolf Dohrn, kümmerte sich auch um die Bildung für alle Altersstufen. So sollten die Kinder der Arbeiter in der Siedlung unterrichtet werden, dort lebende Künstler pädagogisch tätig sein. Ideen für einen Entwurf gegen die zunehmende Technisierung kursierten schon 1908 und kulminierten in den Visionen für ein Kulturhaus, «keine Schule, ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: traditionen, Seite 84
von Katja Schneider
Zum ersten Mal in der Hauptstadt gibt es Tanzfilm-Glimmer wie sonst nur in Brighton oder Amsterdam. Moderiert von Pegah Ferydoni, dem neuen Gesicht im «zdf.kulturpalast», sind zwölf Tanzfilme zu sehen, die zum «must see» des Genres gehören, von William Forsythe, Sasha Waltz, Jirˇí Kylián, Édouard Lock. Wim Wenders’ «Pina» trifft auf Birgit Adlers «Warten auf...
Die allerletzte Ausgabe der «Antipodes» in Brest bot eine der größten Überraschungen der Saison. Da zeigte sich: Steven Cohen kann auch anders, ohne Schockvideos, ohne Lederstrapse, ohne schrille Schminke. Hier geht es weder um Religion noch um Homosexualität, noch um Symbole, an denen sich Konflikte entzünden. In «The Cradle of Humankind» entdeckt er seine...
...ist in Paris als «choreografische Persönlichkeit des Jahres» ausgezeichnet worden. Beschlossen hatten dies die französische Kritikergewerkschaft (so was gibt’s) und ihre 140 Mitglieder. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte ehrte man überhaupt eine Tänzerin, sonst ging der Preis immer an die Freikartengeber, die Intendanten Alain Crombecque vom «Festival d’Automne»...
