basel: carena schlewitt...
...hebt ein neues Festival aus der Taufe: das «Theaterfestival Basel». Nächsten Sommer soll es zum ersten Mal vom 29. August bis zum 8. September stattfinden. Carena Schlewitt, seit 2008 Leiterin der Kaserne Basel, kooperiert dabei eng mit dem Theater Roxy in Birsfelden und anderen Kulturinstitutionen – typisch Schlewitt. Auch wenn Theaterfestival draufsteht, ist mindestens Tanz drin, denn noch nie hatte die einstige Mitgründerin des Berliner Festivals «reich & berühmt» und spätere Kuratorin am HAU das Wort «Sparte» oder «Grenze» im Kopf.
Die zu überwinden, das versuchte die in Leipzig geborene 50-Jährige schon, als sie der ersten freien DDR-Theatergruppe zinnober zur Anerkennung verhalf und mit Heiner Müller subversive Pläne schmiedete. Heute richtet sie schon mal bewusst völlig unkuratierte Abende aus und sucht unermüdlich die Kunst gegen ein Establishment zu verteidigen, das nur am schon Gewohnten festhalten will. Das Basler Publikum hat sie trotzdem ganz auf ihrer Seite.
kaserne-basel.ch
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Tanz August/September 2011
Rubrik: menschen, Seite 57
von
Susanne Linke sucht in «Kaikou» den schmalen Grat zwischen Trieb und Zivilisation. Noé Souliers Bühne zu «Ideography» teilt sich der Tanz mit der Philosophie. Kann man Bewegung denken? Klassiker – wie zur Eröffnung Lucinda Childs’ «Dance» – sind ebenso dabei wie gerade erst entstandene Stücke – Emanuel Gats «Brilliant Corners» (siehe S. 8) und Meg Stuarts «Violet»...
...und Rolf Baumgart sind die Kompanie bodytalk aus Bonn; sie erhielten den siebten «Leipziger Bewegungskunstpreis» für die Uraufführung ihres Tanzstücks «Zig Leiber / Oi Division» über Neonazis im angeblich rechtsfreien Raum. Die Jury meint: «Radikal rabiat. Bodytalk okkupiert die Bühne und macht sie zum Schlachtfeld. Körpersprache als konsequenter Körperkrieg.»...
...ist in Paris als «choreografische Persönlichkeit des Jahres» ausgezeichnet worden. Beschlossen hatten dies die französische Kritikergewerkschaft (so was gibt’s) und ihre 140 Mitglieder. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte ehrte man überhaupt eine Tänzerin, sonst ging der Preis immer an die Freikartengeber, die Intendanten Alain Crombecque vom «Festival d’Automne»...
