Louis Stiens

16 Tanzschaffende denken darüber nach, was Heimat für sie persönlich bedeutet

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Ich finde es schwierig, den Begriff «Heimat» mit meiner Arbeit, dem Tanz, in einen Kontext zu stellen. Anders als viele meiner Kollegen lebe und arbeite ich von klein auf in meiner sogenannten Heimat Deutschland. Andere Tänzer müssen ihre Heimat immer wieder neu definieren, weil sie viel reisen oder den Standort berufsbedingt wechseln. Ich dagegen habe mich ganz selbstverständlich an meine Heimat gewöhnt und sie schätzen gelernt.

Ich meine, dass Tänzer Heimat temporär sehen können, ohne sich groß mit ihr identifizieren zu müssen.

Vielleicht fällt es ihnen deswegen auch leichter als anderen Künstlern, sich in den unterschiedlichsten Bühnen- und Probensituationen zurechtzufinden. Tänzer müssen sich immer wieder neu behaupten und positionieren, das verlangt viel innere Kraft und Ruhe. Manchmal denke ich, dass es mich vielleicht stärker gemacht hätte, in einer mir fremden Kulturlandschaft Fuß zu fassen, um über das Tanzen eine neue Heimat zu finden. Allerdings meine ich manchmal auch, dass es umgekehrt ist, und der Tanz meine Heimat definiert hat. Dazu braucht er einen menschenfreundlichen Platz, wo er wachsen kann. 

Tanz ist international vernetzt und existiert in allen Medien ...

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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Identität, Seite 106
von Louis Stiens

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